Chronik | Wien
29.11.2017

Neustart für Schloss und Cafe am Cobenzl

Stadt Wien präsentiert die Goodshares-GmbH von Martin Rohla als neuen Betreiber. Jetzt wird die Architektur EU-weit ausgeschrieben.

Ein multifunktionaler Mix aus Café-Pavillon, Pop-up-Küche und Kulturevents schwebt Goodshares-Chef Martin Rohla auf der 4000 Quadratmeter großen Liegenschaft des Schloss-Restaurants Cobenzl vor. Das Konzept „Weitsicht Cobenzl – auf unser Wien schau’n“ überzeugte die Fachjury der Stadt. Darum bekam das heimische Unternehmen, das auch bei den Gastro-Projekten „Habibi & Hawara“, „Stadtflucht Bergmühle“ oder „Swing Kitchen“ Kreativität beweist, beim EU-weiten Auswahlverfahren den Zuschlag für den lang ersehnten Neustart.

Am Donnerstag präsentierte Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) nun gemeinsam mit Jury-Vorsitzenden, Architekt Albert Wimmer, das Siegerprojekt. Zwar sei es Ziel, den schwerst sanierungsbedürftigen (und nicht denkmalgeschützten) Altbestand großteils zu erhalten - über die Optik werde letztlich aber ein Architekturwettbewerb entscheiden. "Wir wollen kein neues Wahrzeichen erfinden, sondern einem vergessenen Wahrzeichen einen Platz in der Gegenwart geben und den Wienern einen sehr vermissten Lieblingsort wiederbringen", so Rohla.

Klassisches Kaffeehaus und experimentelle Pop-up-Küche

Und das sieht im Detail so aus: ein 365 Tage im Jahr geöffnetes Kaffee-Restaurant mit klassischer Wiener Küche, das Gert Kunze vom Cafe Eiles umsetzen soll, gehört ebenso zum künftigen Konzept, wie flexibel und getrennt mietbare Räumlichkeiten für private Feiern. Im Festschloss mit seinen Festterrassen werden zudem Kulturveranstaltungen stattfinden.

In der Cobenzl-Pop-up-Küche experimentieren zudem abwechselnd nationale und internationale Starköche und Restaurant-Newcomer. Darüber hinaus sind die historische Ausstellung "Wunderkammern und Guckkästen" sowie die Cobenzl-Weitsichtwerkstatt geplant.

Zwischennutzung wird bis Herbst 2018 fortgesetzt

Die Zusammenarbeit des ehemaligen Pächters des Cobenzl-Festschlosses mit der Stadt hatte ja mit der Zwangsräumung geendet. Nachdem die Suche nach einem Nachfolger und einem neuen Konzept nun abgeschlossen sind, wird im Jänner ein EU-weites Architektur-Verfahren ausgeschrieben. Die besten achten Bewerber nehmen dann an einem Realisierungswettbewerb teil.

Der Zeitplan ist ambitioniert. Denn bis Sommer 2018 soll ein Siegerprojekt gekürt und 2019 mit dem Bau begonnen werden. Bis Herbst des kommenden Jahres wird die gastronomische Zwischennutzung durch die Arbeitsgruppe Luftschloss fortgesetzt. Von 7. bis 10. Dezember findet etwa der „WinterFestival“-Adventmarkt statt.

Das heute teilweise verfallene Schloss ist kein Original. Es entstand 1983, nachdem der südliche Trakt des Restaurants 1980 abgebrannt war. Das Cafe wurde 1952 in der heutigen Form errichtet.