Neues Zuhause für 110 Flüchtlinge in Döbling

Flüchtlingsheim Gunoldstraße 16
Foto: KURIER/Gilbert Novy Najib,  Matin und Mushtaq aus Afghanistan wohnen jetzt in Döbling

In der Gunoldstraße in Wien-Döbling betreibt die Diakonie ein neues Asylheim.

Ein Paar Flip-Flops und ein Paar Turnschuhe stehen vor der Eingangstür des Zimmers von Matin, Mushtaq und Najib. Das Zimmer ist hell und freundlich, in jeder Ecke steht ein Bett, in der Mitte des Raumes ein Tisch.

Flüchtlingsheim Gunoldstraße 16 Foto: KURIER/Gilbert Novy Die Bewohner teilen sich zu dritt oder zu viert ein Zimmer Obwohl die drei Afghanen erst eine Woche in ihrem neuen Heim leben, schaut es schon recht gemütlich aus: Rechts hinten lehnt ein Fahrrad. Mushtaq hat die Wand über seinem Bett bereits dekoriert – und zwar mit Kassetten. "Oh du fröhliche" hängt dort an der Wand oder "Heart of Stone" von Cher. Der 19-jährige Mushtaq arbeitete in seiner Heimat Afghanistan bei einem lokalen Radiosender und ist einer von 110 Flüchtlingen, die in das neue Asylquartier in der Gunoldstraße 16 – gegenüber des ehemaligen APA-Turms – in Döbling gezogen sind.

Übergangsquartier

Das Haus "Neu Albern" dient für zwölf bis 18 Monate als Übergangsquartier für das Flüchtlingsquartier im Alberner Hafen in Simmering. Denn das muss generalsaniert werden. Betrieben wird das Haus seit 2002 von der Diakonie. Untergebracht waren dort Menschen, für die ein erhöhter Betreuungsbedarf besteht, die also zum Beispiel unter einer posttraumatischen Belastungsstörung oder unter Depressionen leiden.

Flüchtlingsheim Gunoldstraße 16 Foto: KURIER/Gilbert Novy Einrichtungsleiter Huy-Hao Phan von der Diakonie 110 Männer – vor allem aus Afghanistan, Somalia und Nigeria – sind nun nach Döbling gezogen. "Der erhöhte Betreuungsbedarf besteht bei 35 von ihnen", sagt Huy-Hao Phan, Leiter der Einrichtung. Die Betreuung übernimmt ein 14-köpfiges Team – bestehend aus (Klinischen) Psychologen, Sozialarbeitern, Heilpädagogen, einem Soziologe, einer Kultur- und Sozialanthropologin und einem Integrationsberater.

Zum Nachbarschaftstreffen Dienstagnachmittag kam auch der Döblinger Bezirksvorsteher Adi Tiller (ÖVP) und stellte sich prompt bei den neuen Döblingern vor: "Hello,  I'm the mayor of the 19th discrit", sagt er und stand sogleich für ein Foto bereit. "Der Schwarze Tiller und die dunkelhäutigen Asylwerber", scherzte er und übersetzte sogleich: "I'm from the black party, you know".

Beschwerden von Döblingern habe es laut dem Bezirksvorsteher bisher keine gegeben: "Aber aus der Brigittenau kamen welche", sagt Tiller. Manche Brigittenauer hätten Angst, dass die Kinder beim Spielen belästigt werden. "Denen habe ich gesagt: Dann sollen sie zum Spielen in der Brigittenau bleiben." Die Menschen wüssten gar nicht, wie viele Flüchtlinge schon in Döbling wohnen, so unauffällig seien sie, sagt Tiller. Gröbere Probleme gab es in den Flüchtlingsunterkünften noch keine. Tiller will aber, dass die Polizei öfter in der Gunoldstraße vorbeischaut. So wie das auch im Quartier in der Bachofengasse der Fall sei. Mit den neuen 110 sind insgesamt etwa 230 Flüchtlingen in Döbling untergebracht.

Flüchtlingsheim Gunoldstraße 16 Foto: KURIER/Gilbert Novy Auch Bezirksvorsteher Adi Tiller (ÖVP) kam zum Nachbarschaftstreffen Jene, die nun in der Gunoldstraße wohnen, wollen sich jedenfalls schnell einleben. Der 32-jährige Najib etwa hat seine obligatorische Laufrunde vom Hafen in Simmering bereits an den Donaukanal in Döbling verlegt. Bezirksvorsteher Tiller wünschte den Asylwerbern zum Schluss noch "Alles Gute": "I  hope you will live here good and work hard for Austria."

(kurier) Erstellt am
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