© Birgit Seiser

Chronik Wien
08/10/2020

Neuer Hotspot für die Polizei: Auf Patrouille am Donaukanal

Die Partymeile ist seit Corona zu einer gefährlichen Gegend geworden - ein Lokalaugenschein.

von Birgit Seiser

Ein Mord, mehrere Verletzte, hunderte Anzeigen wegen illegaler Getränkeverkäufer, Drogen- und anderer Delikte: Am Wiener Donaukanal spielen sich seit Wochen Szenen ab, die die Polizei nun veranlasst hat, ihre Präsenz dort zu verstärken. Aber nicht nur die Exekutive ist gefordert. Auch das Marktamt und die Gruppe Sofortmaßnahmen der Stadt Wien zieht derzeit verstärkt ihre Runden am Wasser. Der KURIER war am Samstag bei den Kontrollen dabei.

Bei immer noch heißen 28 Grad ist der Donaukanal gegen 20.30 Uhr im Bereich zwischen der Augarten- und der Salztorbrücke gut besucht. Seit dem Ausbruch der Corona-Krise zieht es die Partywütigen ans Wasser. Weil die Clubs geschlossen haben, trift man sich nun eben hier. „Haben Sie eine Genehmigung?“ – diesen Satz sagen die Beamten der Bereitschaftseinheit der Polizei und die Mitarbeiter des Marktamts am Samstag oft. Die Musiker können aber alle ihre Lizenz vorweisen.

Drogen und Gewalt

„Diese ohnehin schon gut besuchte Naherholungsfläche ist jetzt eben noch besser besucht. Das Einhalten des Mindestabstands ist hier ein großes Problem. Kriminalpolizeilich stehen aber vor allem Eigentums-, Gewalt- und Drogenkriminalität im Fokus“, sagt Polizeisprecher Paul Eidenberger. Vor allem der übermäßige Alkoholkonsum vieler Besucher sei ein Problem: „Da kommt es zu Raufhandel, Flaschen werden zum Beispiel am Kopf des Kontrahenten zerbrochen. Das sind Dinge, die hier regelmäßig passieren.“

Teamwork

Während die Polizei dieser Tage vor allem Präsenz zeigen und im Notfall eingreifen will, sind die Mitarbeiter des Marktamts und der Gruppe für Sofortmaßnahmen ständig mit Kontrollen beschäftigt. „Wir sind hier gemeinsam mit der Polizei, dem Marktamt, den Waste Watchers und der Veranstaltungsbehörde im Team unterwegs. Die Beschwerden der Anrainer haben in den letzten Wochen zugenommen“, sagt Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen.

Vor allem Musikanlagen und illegale Getränkehändler gäbe es viele. „Wir versuchen ständig, das Miteinander zu verbessern. Aber es ist schwer, den Spagat zwischen Anrainern, den Leuten die hier Party machen möchten und den Lokalbetreibern zu schaffen. Wir hoffen, dass wir das durch mehr Präsenz schaffen.“

Auch die Wasserpolizei ist derzeit verstärkt am Kanal unterwegs, weil regelmäßig Menschen ins Wasser springen. Ernsthaft verletzt wurde bisher noch niemand, gefährlich ist der – meist alkoholisierte – Sprung in den Donaukanal aber allemal. Allein am ersten Augustwochenende mussten vier Männer aus dem Wasser gerettet werden.

Das erste Augustwochenende ist es auch, dass die Wiener Kriminalpolizei weiterhin beschäftigt. Nachdem ein 25-Jähriger nach einer Gewaltattacke bei der Augartenbrücke gestorben ist, suchen die Ermittler weiterhin nach dem Täter. Der Iraker soll durch Tritte gegen den Kopf tödlich verletzt worden sein. Grund war laut ersten Ermittlungsergebnissen ein Streit wegen einer Musikanlage.

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