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Chronik Wien
12/15/2020

Nach Waffenfund: Neonazi soll Glock-Pistolen selbst gebaut haben

Ermittler von Bundeskriminalamt Wiesbaden, Bundeskriminalamt Wien, den Landeskriminalämtern Bayern und Nordrhein-Westfalen konferieren am Donnerstag.

von Kid Möchel, Birgit Seiser, Dominik Schreiber, Michaela Reibenwein

Die Ermittlungen rund um den groß angelegten Waffenfund in der Neonazi-Szene, die am Samstag präsentierten wurden, laufen derzeit weiter auf Hochtouren. Am Donnerstag, 17. Dezember 2020 wird eine Konferenz aller Beteiligten Ermittlungsbehörden unter Federführung des Bundeskriminalamtes Wiesbaden und des österreichischen Bundeskriminalamtes per Videoschaltung erfolgen.

"Die enge Abstimmung zwischen den Ermittlungsbehörden wurde bereits am Wochenende in einem Telefonat zwischen den Innenministern Karl Nehammer und Horst Seehofer als Leitlinie festgelegt",  heißt es aus dem Innenministerium.

Glock-Pistolen gebaut

"Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen dürfte der festgenommene Tatverdächtige und mehrfach einschlägig vorbestrafte -  die sichergestellten und für Deutschland bestimmten Glock 17 Pistolen selbst gebaut haben", heißt es weiter. "Die Waffen dürften für die rechte Szene in Bayern bestimmt gewesen sein. Das haben die bisherigen Ermittlungen ergeben. Die Herkunft der weiteren Waffen – es wurden mehr als 70 halb-und vollautomatische Waffen, darunter auch StG 77 und AK47 Gewehre, sowie Heckler und Koch MPs sind noch Gegenstand der Ermittlungen."

Entschlossener Kampf

„Wir sehen am Beispiel dieses rechtsextremen Netzwerkes wie wichtig die internationale Kooperation ist. Die Ermittler der Bundeskriminalämter Wiesbaden und Wien arbeiten eng abgestimmt zusammen“, sagt Innenminister Karl Nehammer. „Der entschlossene Kampf gegen jede Form von Extremismus – egal ob politisch oder religiös motiviert – ist Teil des aktuellen Regierungsübereinkommens. Diese klare Haltung ist aber auch Teil der historischen Verantwortung, die wir konsequent wahrnehmen."

"Diese Leute haben keine Hemmungen"

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz in Deutschland, Georg Maier (SPD), hat sich nach dem großen Fund von Waffen in Österreich alarmiert gezeigt.

„Die schiere Masse von Waffen, die in Österreich beschlagnahmt wurde, ist beängstigend. Denn man weiß ja, dass diese Leute keine Hemmungen haben, die Waffen auch einzusetzen. Das macht mir Sorgen“, sagte der Innenminister des Bundeslands Thüringen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag).

Die am Wochenende beschlagnahmten Waffen waren möglicherweise für Rechtsextreme in Deutschland gedacht. „Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus organisieren sich zunehmend international. Da lohnt es sich, genauer hinzugucken - so, wie wir das bei der Innenministerkonferenz in der vorigen Woche beschlossen haben“, sagte Maier.

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