Nach überraschender Pleite: Vegane Konditorei "Moriz" meldet sich zurück
Nach der Zwangspause durch die Insolvenz sollen in der Produktionsküche von "Moriz" wieder vegane Mehlspeisen produziert werden.
Es war eine der ambitioniertesten Neueröffnungen der Stadt: Das "Moriz" eröffnete im Juni 2024 als rein pflanzliche Bio-Konditorei an der Mariahilfer Straße 204 im 15. Bezirk. Das eher kleine Café mit nur rund sieben Tischen, dafür mit einer großen Produktionsküche, wollte nicht weniger als die Wiener Kaffeehauskultur revolutionieren.
Produziert wurden direkt vor Ort vegane Linzerschnitten, Topfengolatschen, Croissants und Schokoladentörtchen nach Sacher Art, die auch in Gastro-Kritiken "großartig" abschnitten. Tausende Stück sollten vor allem für Hotels und Restaurants produziert werden.
Nach nur sechs Monaten war jedoch Schluss, man musste Insolvenz anmelden. Die Schließung machte Schlagzeilen und kam für viele überraschend, nicht wenige trauerten dem veganen Konzept hinterher.
Zweite Chance für veganes Konzept
Eineinhalb Jahre später gibt es auf dem Instagram-Kanal der Konditorei nun wieder ein Lebenszeichen. In der Produktionsküche gehen die Lichter wieder an, zu lesen ist nur ein Wort: Freitag. Der KURIER hat auf Nachfrage mehr erfahren und ja, es wird tatsächlich wieder aufgesperrt.
Am Freitag, dem 15. Mai, soll die Konditorei wiedereröffnen, und zwar so, wie die Kundschaft sie in Erinnerung hat: mit veganen Croissants, Patisserie und Kaffee mit Milchalternativen. Geöffnet sein wird vorerst Freitag bis Sonntag von 8 bis 18 Uhr. Obwohl nicht alles beim Alten bleibt, es gibt sogar mehr Angebot als vorher.
Dass das Konzept überhaupt eine zweite Chance erhält, sei durch die Beteiligung eines stillen, engagierten Teilhabers möglich, wie man hört. Betrieben wird die Konditorei künftig von der Vara Gastro GmbH, die Insolvenz der ehemaligen Betreiberfirma bleibt von der Neuübernahme unberührt.
Größeres Angebot, kleineres Team
Neu am Konzept ist die pikante Küche: Geben wird es Frühstück und Brunch, verschiedene warme Gerichte sowie selbst gebackenes Brot und Aufstriche, wie man gegenüber dem KURIER ankündigt.
Was die Mehlspeisen angeht, sollen die meisten wieder auf der Karte stehen, das ein oder andere sei jedoch gestrichen worden. Für den zweiten Anlauf habe man bereits ein 15-köpfiges Team (ehemals waren es 25) an Bord.
Am Konzept und den Rezepten wurde vor der Eröffnung im Juni 2024 zweieinhalb Jahre gearbeitet. Zutaten, für die man keine guten veganen Alternativen am Markt fand, produzierte man daher selbst. Das Know-how, die ausschließlich biozertifizierten Produkte sowie die viele Handarbeit hatten freilich ihren Preis: beim Croissant 3,50 Euro, für die Golatsche waren es 5,50 Euro und das Törtchen à la Sacher kostete 6,90 Euro.
Am Freitag wird sich zeigen, ob man auch bei den Preisen nachjustiert hat - und ob es diesmal gelingt, wichtige Kooperationen mit Großkunden abzuschließen. Genau dafür habe beim ersten Versuch die Zeit gefehlt und zum jähen Ende geführt.
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