Mord an Fanklub-Leiter der Austria: 17-Jähriger in U-Haft

Mord an Fanklub-Leiter der Austria: 17-Jähriger in U-Haft
Die Staatsanwaltschaft lässt ein psychiatrisches Gutachten einholen, um abzuklären, ob der junge Mann zurechnungsfähig ist.

Das Landesgericht für Strafsachen hat am Donnerstag über den 17-jährigen Burschen die U-Haft verhängt, der im Haus seiner Eltern in Wien-Simmering einen 57 Jahre alten Bekannten in einem Gewaltausbruch erschlagen haben soll. Das teilte Gerichtssprecherin Christina Salzborn auf APA-Anfrage mit.

Der Bursch, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Mordverdachts ermittelt, machte vor dem Haftrichter keine Angaben. Die Leiche des 57-Jährigen - ein in der Fußball-Szene bekannter Fanclub-Leiter eines Wiener Traditionsvereins - war am Dienstag gefunden worden. Der Bursch hatte sich zuvor an seinen Psychotherapeuten gewandt und erklärt, bei ihm zu Hause liege ein schwerverletzter Mann. Der Psychotherapeut verständigte darauf in Absprache mit dem Jugendlichen die Polizei.

Um abzuklären, ob der Bursch aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur oder einer allfälligen psychischen Erkrankung eingeschränkt schuldfähig oder überhaupt zurechnungsunfähig ist, wird die Anklagebehörde einen psychiatrischen Sachverständigen beiziehen. Was das Motiv betrifft, sei noch unklar, was die Gewalttat ausgelöst habe, meinte Thomas Vecsey von der Staatsanwaltschaft Wien.

Eltern auf Urlaub

Die Eltern des 17-Jährigen befanden sich im Tatzeitpunkt im Urlaub im Ausland. Rechtzeitig zum 18. Geburtstag ihres Sohnes am kommenden Sonntag wollten sie zurück in Wien sein. Nachdem der Bursch den 57-Jährigen am vergangenen Montag in der Stadt getroffen hatte, war er gemeinsam mit diesem nach Hause gefahren. Dort dürfte er - aus welchem Grund auch immer - mit zumindest zwei Gegenständen auf den 57-Jährigen eingeschlagen haben.

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