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"Modal Split": So kommen die Wiener in der Stadt von A nach B

Die Auto- und Motorradquote ist im Vergleich zu 2024 leicht gestiegen.
Ein Mann geht über die Straße, Autos warten, im Hintergrund fährt eine Straßenbahn.

Zusammenfassung

  • Öffentliche Verkehrsmittel und Fußverkehr bleiben 2025 die meistgenutzten Mobilitätsformen in Wien, während der Anteil des motorisierten Individualverkehrs leicht auf 25,9 Prozent gestiegen ist.
  • Der "Modal Split" zeigt, dass der Autoanteil seit 1993 um ein Drittel gesunken ist, aber der Öffi-Anteil nach dem Corona-Knick das frühere Niveau nicht wieder erreicht hat.
  • Die Stadt verweist auf Ausbau von Rad- und Öffi-Infrastruktur in Außenbezirken und wetterbedingte Schwankungen, während die Grünen die steigende Autoquote kritisieren.

Dass die Wienerinnen und Wiener ihre Wege großteils umweltfreundlich erledigen, hat sich auch 2025 wieder gezeigt. In der am Freitag von Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) präsentierten Auswertung des „Modal Split“ für das Vorjahr sind Öffis und Fußverkehr erneut die Spitzenreiter. Den Anteil des motorisierten Individualverkehrs zurückzudrängen, ist jedoch nicht gelungen. Im Gegenteil: Die Auto- und Motorradquote ist sogar leicht angestiegen. 

Um künftig auch geringe Schwankungen darzustellen, wurden die Zahlen nun erstmals mit Kommastellen veröffentlicht. Dabei wurde für die öffentlichen Verkehrsmittel ein Anteil von 33,6 Prozent (2024: 34 Prozent) ausgewiesen. Der Fußgängerverkehr ist mit 30 Prozent auf dem Niveau des Jahres davor. 10,5 Prozent (2024: 11 Prozent) der Alltagswege werden mit dem Rad zurückgelegt.

Auto- und Motorradquote bei fast 26 Prozent

Beim motorisierten Individualverkehr wurde zudem auch erstmals eine Trennung vorgenommen, nämlich in Pkws und Zweiräder. Die Autos kommen auf 24,9 Prozent, die Mopeds werden mit einem Prozent ausgewiesen. Das ergibt somit einen gemeinsamen Anteil von 25,9 Prozent. Das ergibt einen kleinen Zuwachs, denn 2024 waren beide Mobilitätsformen mit 25 Prozent in der Statistik zu finden.

Im Rathaus wurde hervorgehoben, dass der Autoanteil von 1993 bis 2025 um rund ein Drittel reduziert wurde. Tatsächlich wurden 1993 noch 40 Prozent der Wege in der Stadt mit dem Auto zurückgelegt. Die Entwicklung ist jedoch keineswegs linear. Vor allem der Öffi-Anteil war mit 38 Prozent schon einmal deutlich höher. Der aus dem Jahr 2019 stammende Wert wurde nach dem Corona-Knick bisher nicht wieder erreicht.

Der Modal Split stellt die durchschnittliche alltägliche Mobilität anteilsmäßig dar, wobei die Wege von rund 2.500 Personen ausgewertet wurden. Touristen oder Pendler sind nicht erfasst. Laut Aussendung ist das Ergebnis vor dem Hintergrund unterschiedlicher Rahmenbedingungen zu bewerten. So sei das Bevölkerungswachstum in äußeren Bezirken höher - wo auch der Anteil der Autos tendenziell größer ist, hieß es.

Schlechtes Wetter als Faktor

Aus diesem Grund, so wurde hervorgehoben, baue man besonders in den Außenbezirken Radwege und Öffi-Infrastruktur aus. Auch das Wetter wird ins Treffen geführt. Denn insbesondere der Rad-Freizeit-Verkehr sei durch Wetterschwankungen und Starkwetter-Ereignisse beeinflusst, gab man zu bedenken. Das Wetter im Jahr 2025 war laut der Mitteilung weit unbeständiger als 2024. Besonders der Juli sei nass und verregnet gewesen.

Verkehrsstadträtin Sima hob hervor, dass sich Änderungen im Mobilitätsverhalten nicht von heute auf morgen abzeichnen würden. „Mit den aktuell vorliegenden Daten aus der Modal Split Erhebung für 2025 festigt sich der Trend in Richtung umweltfreundliche Mobilität in der wachsenden Zwei-Millionenstadt“, zeigte sie sich überzeugt. Rund ein Viertel der Wienerinnen und Wiener seien umweltfreundlich unterwegs.

Grüne sehen verheerende Bilanz

Die Wiener Grünen sehen angesichts der Zahlen eine „verheerende Bilanz des rot-pinken Stillstands“. Das Mobilitätssprecher-Duo Kilian Stark und Heidi Sequenz konstatierte, dass die Stadtregierung versuche, die Ergebnisse als Erfolg zu verkaufen. Tatsächlich würden die Zahlen das Gegenteil zeigen. 

Erstmals seit Jahren steige der Anteil des motorisierten Verkehrs in Wien wieder, kritisierten sie. Wer Verkehrsberuhigung blockiere und Milliarden in Autobahnprojekte stecke, dürfe sich darüber nicht wundern.

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