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Mireille Ngosso: Neuer Rassismus-Vorwurf gegen SPÖ Wien

SPÖ-Bezirkspolitikerin Mireille Ngosso wurde 2020 von der eigenen Partei demontiert. Jetzt erhebt sie im Netz nochmals Rassismusvorwürfe gegen Genossen.
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Ganze sechs Jahre sind vergangen, seit sich die damalige Bezirkspolitikerin Mireille Ngosso und ihre Bezirkspartei, die City-SPÖ, im Unfrieden voneinander trennten. Manche Wunden scheint jedoch auch die Zeit nicht zu heilen. Und so kommt es, dass Ngosso nun einen aktuellen Social-Media-Trend genutzt hat, um nochmals kräftig gegen die einstigen Genossen auszuteilen.

Die Rede ist vom „btw-Trend“, bei dem es darum geht, „die Wahrheit hinter dem Foto zu zeigen“. „btw“ steht für „by the way“, also für „übrigens“ oder „nebenbei bemerkt“. Vorwiegend Frauen posten derzeit alte Fotos von sich auf Instagram und erzählen unter Verwendung der Abkürzung „btw“, wie sie sich in dem Moment, in dem das Bild entstand, wirklich gefühlt haben.

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Mireille Ngosso rekapituliert ihre Polit-Karriere auf Instagram: Die SPÖ steigt nicht gut aus dabei.

Die im Kongo geborene Ngosso, die von 2018 bis 2020 als erste Schwarze das Amt einer stellvertretenden Bezirksvorsteherin innehatte, verarbeitet in mehreren Bildern den Bruch mit ihrer Partei – und wirft der SPÖ darin einmal mehr unverhohlenen Rassismus vor.

Die Bilder auf Instagram zeigen verschiedenen Stationen ihrer Amtszeit. Etwa bei der Angelobung zur Bezirksvorsteher-Stellvertreterin der Inneren Stadt 2018, die Ngosso wie folgt kommentiert: „Keiner wollte mich wirklich da haben. Ich war das Alibi.“

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Mireille Ngosso: "Warten darauf, mich abzuwählen"

Tatsächlich brach damals, als Ngosso das Amt inmitten der Legislaturperiode von ihrer Parteikollegin Daniela Ecker-Stepp übernahm, im Internet – unter anderem angestachelt von der FPÖ – eine regelrechte Welle des Hasses los.

Zu einem ihrer Porträtbilder wiederum schreibt Ngosso: „Auf diesem Foto habe ich meine Haare glatt gemacht. Make-up angepasst. [...] Ich wollte dem eurozentristischen Bild entsprechen.“ Und dann gibt es ein Foto von jenem Bezirksparteitag, der den Bruch mit der Partei offenbarte: „In den Reihen sitzen Menschen, die mich mit dem N-Wort tituliert haben“, erinnert sich Ngosso. Kein angenehmer Vorwurf für die SPÖ. „Sie warten darauf, mich abzuwählen“, schreibt Ngosso weiter. Kurz danach tun sie es.“

Tatsächlich sorgte der Bezirksparteitag 2020 für Aufregung: Nur 46 Prozent der 126 Delegierten stimmten dafür, dass Ngosso die City-SPÖ in die Wien-Wahl 2020 führt. Nicht gerade angenehm für den Bezirksparteichef Georg Niedermühlbichler, der (als vormaliger SPÖ-Landes- und Bundesgeschäftsführer) zugeben musste, dass er die Bezirksfraktion nicht im Griff hat. Statt Ngosso führte dann Ex-ÖH-Chefin Lucia Grabetz die Bezirks-SPÖ in den Wahlkampf; sie ist bis heute stellvertretende Bezirksvorsteherin.

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Bereits damals trugen Ngosso und die Partei ihre Meinungsverschiedenheiten auf offener Bühne aus – wenn auch nicht mit ganz so deutlichen Worten. Im Interview mit der Kleinen Zeitung resümierte Ngosso damals, dass es in der SPÖ eben Menschen gebe, „die das nicht leiwand finden, dass eine Schwarze Frau dieses Amt ausübt“.

Die Partei warf ihrer Ex-Funktionärin im Gegenzug vor, aufgrund ihres Berufs als Ärztin zu wenig Zeit für die Arbeit im Bezirk aufzuwenden. Zudem wurde ihr schlechter Führungsstil attestiert. Ihr Engagement für die afrikanische Community über die Bezirksgrenzen hinweg gefiel wohl auch nicht allen.

Vorbei war es mit dem Engagement Ngossos damit aber nicht: Sie zog für die SPÖ bei der Wahl 2020 in den Gemeinderat ein. Ein Jahr später, folgte die nächste innerparteiliche Enttäuschung: Ngosso scheiterte mit ihrer Kandidatur zur SPÖ-Frauenchefin im Bund. Sie kandidierte gegen die nunmehrige Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner, gegen die sie in einer Stichwahl unterlag. Es war ein knappes Rennen, da Holzleitner zwar von Vorgängerin Gabriele Heinisch-Hosek ins Rennen geschickt wurde, aber als nicht besonders versiert galt.

2025 legte Ngosso vorzeitig ihr Gemeinderatsmandat nieder und trat von der Wiener Polit-Bühne ab. Ihr nunmehriges Posting (das mehr als 17.000 Likes hat) sowie der N-Wort-Vorwurf blieben von der SPÖ unkommentiert. Ein Like gab es von Grünen-Chefin Judith Pühringer.

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