Mireille Ngosso wird stellvertretende Bezirks-Vorsteherin im 1. Wiener Bezirk

© Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

Mireille Ngosso ist als Kind mit ihren Eltern aus dem Kongo geflohen. In Wien ist sie eine SPÖ-Politikerin und wird neue Stellvertreterin der Bezirks-Vorsteherin.

Link zum Original-KURIER-Artikel

Mireille Ngosso wird die neue Stellvertreterin
der Bezirks-Vorsteherin vom 1. Bezirk in Wien.
Ein Bezirks-Vorsteher ist das Oberhaupt
von einem Stadt-Bezirk.
Mireille Ngosso ist als Kind mit ihren Eltern
aus dem Kongo geflüchtet.
Sie ist in Wien seit mehreren Jahren SPÖ-Politikerin.
Im Jahr 2015 wurde sie SPÖ-Bezirksrätin.

Die SPÖ besetzt somit
gleich 2 wichtige Stellen mit Frauen,
die einen Migrations-Hintergrund haben.
Menschen mit Migrations-Hintergrund
haben Familien-Vorfahren aus dem Ausland
oder kommen selbst aus dem Ausland.
Saya Ahmad wurde im Juni
Bezirks-Vorsteherin im 9. Bezirk.
„Das ist ein Signal für die
Weltoffenheit dieser Stadt und der SPÖ“,
sagt die 37-jährige Ngosso.

Die Vorgeschichte von Mireille
Mireille Ngosso ist mit ihren Eltern
aus der Demokratischen Republik Kongo geflohen,
als sie 4 Jahre alt war.
Sie mussten flüchten, weil ihr Vater gegen die Armee
vom früheren Diktator im Kongo kämpfte.
In einer Diktatur gibt es nur einen Herrscher
der allein entscheidet, er wird Diktator genannt.
Aufgewachsen ist Mireille am Schöpfwerk in Wien-Meidling.
Später studierte sie an der MedUni Wien.
Zurzeit arbeitet sie als Turnusärztin
im Krankenhaus Hietzing.
Ihr Vater arbeitete ehrenamtlich bei der SPÖ.
Als Kind begleitete Ngosso ihren Vater gerne bei seiner Arbeit.
Ehrenamtlich arbeiten heißt, freiwillig
und ohne Bezahlung zu arbeiten.

Sie selbst ist seit dem Jahr 2010 bei der SPÖ.
„Ich bin sehr dankbar für alles,
was ich in Wien und in Österreich erleben durfte.
Es war für mich nicht immer eine einfache,
aber dennoch eine gute Zeit", sagt Mireille Ngosso.
Mit nicht einfach – meint die Politikerin rassistische Anfeindungen,
denen sie manchmal ausgesetzt war,
und erzählt von „blöden Meldungen und Beschimpfungen“.
Rassistische Menschen grenzen andere aus,
aufgrund ihrer Hautfarbe.

Unter anderem will sie sich dafür einsetzen,
dass es sich mehr Menschen leisten können,
im 1. Bezirk zu wohnen.

( kurier.at , mb ) Erstellt am 17.04.2018