Chronik | Wien
23.03.2017

Militärpolizei bemerkte Identitären-Aktion nicht

Identitäre entrollten provokanten Slogan auf Fassade der türkischen Botschaft - während die von der Militärpolizei bewacht wurde.

„Schwerwiegende Sicherheits- und Informationslücken“ ortet das türkische Außenministerium auf Seite der österreichischen Behörden, berichtet die Zeitung Hürriyet. Grund für diese Einschätzung und die damit verbundene diplomatische Verstimmung ist eine Aktion der rechtsextremen Identitären Bewegung.

Deren Aktivisten war es am Mittwoch gelungen, auf das Dach der türkischen Botschaft in Wien zu gelangen und an der Fassade ein riesiges Plakat mit der Aufschrift „Erdoğan – Hol deine Türken ham“ zu entrollen. Zu diesem Zeitpunkt stand die Botschaft allerdings unter dem Objektschutz der Militärpolizei, die der Wiener Polizei bei der Bewachung von gefährdeten Einrichtungen assistiert.

Verfassungsschutz ermittelt

Laut Standard sollen zwei Militärpolizisten mit einem Fahrzeug im Einsatz gewesen sein. Die Rechtsextremen, die offenbar über das Dach eines Nachbarhauses auf die Botschaft gelangt waren, bemerkten sie aber nicht.

Das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) Wien soll nun Ermittlungen aufnehmen. Die Türkei fordert die Festnahme der Verdächtigen. Erkenntnisse erhofft sich die Polizei unter anderem von der Sichtung des Videomaterials umliegender Überwachungskameras.

Unter türkischstämmigen Österreichern sorgte die Aktion ebenfalls für Empörung.