Fast die ganze Maturaklasse des Gymnasiums Hegelgasse ist betroffen.

© /Katharina Zach

Nicht beurteilt
07/07/2015

Matura: Konsequenzen nach Schummel-Affäre

Nach Ermittlungen des Stadtschulrates muss fast die ganze Klasse im Herbst wieder antreten.

von Birgit Seiser

Dass sich Ehrlichkeit am Ende doch auszahlt, weiß die Maturaklasse des Gymnasiums Hegelgasse 14 spätestens seit Montag. Weil fast die ganze Klasse bei der Mathematik-Matura mit dem Handy geschummelt hat (der KURIER hat berichtet), müssen im Herbst alle Schummler noch einmal antreten.

"Nach unseren Ermittlungen wurden alle Schummler auf den Status ,Nicht maturiert‘ gesetzt. Sie müssen die Mathematik-Matura zur Gänze wiederholen", sagt der zuständige Landesschulinspektor Franz Tranninger.

Das gilt auch für den zweiten Schummel-Fall in Wien, im Gymnasium Henriettenplatz, wo die Lehrer den Betrug schon vor dem Korrigieren und Benoten der Arbeiten bemerkt hatten. Auch hier müssen die Schummler nochmals antreten.

Kein Vorsatz

Möglich machte den Schummel-Skandal in der Hegelgasse erst ein Lehrer, der es mit der Aufsicht nicht so genau zu nehmen schien. Ihn dürfte die neue Schummel-Möglichkeit per Mobiltelefon irritiert haben, denn laut Stadtschulrat handelte der Pädagoge nicht vorsätzlich: "Der Lehrer, der die Aufsicht hatte, wurde von mir ermahnt. Sonst wird es keine Konsequenzen für ihn geben, weil nach ausführlichen Gesprächen klar wurde, dass er nicht mit Absicht weggeschaut hat", so Tranninger.

In diesem Zusammenhang erwähnte der Landesschulinspektor auch, dass man aus den Fehlern dieses Matura-Jahrgangs lernen wird: "Die neuen Medien machen es auch für die Lehrer immer schwieriger, alles zu kontrollieren. Es gibt nicht nur Smartphones, auch Uhren haben mittlerweile Funktionen wie ein Handy", erklärt Tranninger. Im Fall der Hegelgasse hatten die Schüler ihre Prüfungsfragen mit dem Smartphone abfotografiert und an ihre Nachhilfelehrer geschickt.

Aufsicht wird verbessert

Deshalb wolle man im nächsten Jahr die Aufsicht mit fachfremden Lehrern verstärken und die Pädagogen auf alle Möglichkeiten zum Schummeln hinweisen.

"Vor allem in Mathematik und Fächern, wo nur kurze Antworten nötig sind, ist es einfach zu schummeln. Deshalb müssen wir in Zukunft in diesen Fächern verstärkt kontrollieren", sagt Tranninger.

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