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© APA/GERT EGGENBERGER

Wien
06/09/2015

Geschummelt: Schüler müssen wieder zur Matura

In zwei Oberstufenrealgymnasien sollen die Mathematik-Lehrer demonstrativ weggeschaut haben.

von Michaela Reibenwein

Die Stimmung auf der Maturareise dürfte etwas getrübt sein – zumindest bei zwei Klassen in Wien. Die Schüler der 8a des Oberstufenrealgymnasiums Hegelgasse 14 in der City und einer Klasse des Oberstufenrealgymnasiums Henriettenplatz in Rudolfsheim-Fünfhaus dürften fast komplett ihre Mathematik-Matura erschwindelt haben – das berichten die Salzburger Nachrichten. Der Wiener Stadtschulrat beruft sich auf den Datenschutz, dementiert den Bericht aber nicht.

Aufgeflogen war der Schwindel durch eine nachträgliche Kontrolle durch Schulinspektoren. Und die entdeckten verblüffende Ähnlichkeiten bei den Mathe-Prüfungen. Mehrere Fehler sollen sich durch fast sämtliche Arbeiten durchgezogen haben. In der Hegelgasse soll sich außer einem Mädchen die gesamte Klasse die Reifeprüfung erschummelt haben.

Möglich wurde das, indem die Lehrer demonstrativ weggeschaut haben sollen. Laut SN war es den Schülern so möglich, die Aufgaben mit dem Handy zu fotografieren und via WhatsApp an ihre Nachhilfelehrer zu schicken. Diese sandten die Lösungen zurück – doch auch Nachhilfelehrer machen Fehler.

Geprahlt

Was einige Schüler nicht daran gehindert haben soll, im Nachhinein damit zu prahlen, wie einfach sie zur Mathematik-Matura gelangt sind.
Die betroffenen Schüler wurden zu den Direktoren zitiert. Als sie mit den Vorwürfen konfrontiert wurden, sollen sie die auch gar nicht bestritten haben. Mit betretenen Gesichtern akzeptierten sie die Annullierung der Mathematik-Matura. Im Herbst müssen sie erneut antreten.

Auch für die Lehrer wird der Vorfall Konsequenzen haben. Sie werden vom Stadtschulrat vorgeladen. Die disziplinären Folgen könnten sogar bis zum Unterrichtsverbot gehen. Die Direktoren der betroffenen Schulen wollten sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Schwindeln bei der Matura habe es schon immer gegeben, wird vom Stadtschulrat betont. Der Vorfall habe nichts mit der Zentralmatura zu tun. Wichtig sei, dass man bei Verdachtsfällen konsequent einschreite.

Laut Landesschulinspektor Franz Tranninger soll es Überlegungen geben, die Aufsicht während der Matura neu zu organisieren – etwa durch das Einspringen fachfremde Lehrer.

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