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Chronik Wien
09/14/2012

Marode Gleise bremsen Bim

Die Sanierung der U1 führt nun zu Ärger bei den Straßenbahnen. Stellenweise dürfen die Bims nur noch 5 km/h fahren.

von Elias Natmessnig

Das Ende einer Baustelle ist stets der Beginn einer neuen. Durch die Sanierung der U1-Strecke hinken die Wiener Linien jetzt bei der Erneuerung der Bim-Gleise hinterher. „Dadurch müssen wir an manchen Stellen langsamer fahren", bestätigt Dominik Gries von den Wiener Linien einen Bericht auf derstandard.at . Insgesamt sollen 50 Stellen betroffen sein.

Am schlimmsten steht es um die Schienen am sogenannten Jonas-Reindl am Schottentor, wo die Linien 37, 38, 40, 41 und 42 ihre Endstation haben, ebenso wie am äußeren Ring, Ecke Schottengasse. Dort darf nur noch mit lächerlichen 5 km/h gefahren werden. Immerhin noch 15 km/h sind den Linien 6 und 18 am Gumpendorfer Gürtel, den Linien 1, 62 und der Badner Bahn bei der Bösendorfer Straße und der Linie 71 bei der Pantucekgasse erlaubt.

Auf den Fahrplan wirken sich die Langsamfahrten nicht aus – sagen die Wiener Linien. Gries: „Das ist halb so wild. Wir fahren schon jetzt bei Weichen und Kreuzungen nicht mit vollem Tempo."

Schwerpunkte

Gries bestätigt aber, dass bei der Sanierung der U1-Strecke Ressourcen gebündelt wurden, die andernorts fehlten: „Es gibt einfach nicht so viele Gleisbauspezialisten." Immerhin: Schon nächste Woche sollen endlich die Gleise beim Jonas-Reindl getauscht werden. „Langsamfahrten wird es aber immer geben", sagt Gries. Um das 250 Kilometer lange Schienennetz zu erneuern, geben die Wiener Linien pro Jahr knapp 60 Millionen Euro aus.

Und es könnten mehr werden: Denn die neuen ULF-Garnituren nutzen die Gleise weit mehr ab als die alten Bims. Das liegt einerseits an der Konstruktion der Niederflur-Bims, aber auch an deren Länge. „Größere Züge und dichtere Intervalle belasten die Schienen einfach mehr", sagt Gries.

Auch bei den U-Bahnen kommt es immer wieder zu Verzögerungen. Nach der U1 müssen derzeit Gleise nahe der U3-Station-Erdberg saniert werden. Das Sorgenkind der Wiener Linien bleibt aber die U4. Erst am Mittwoch kam es wieder zu einem Ausfall. Ein schadhafter Zug blieb in der Station Schönbrunn liegen. Ein nachkommender Zug musste Passagiere aussteigen lassen und den defekten Zug weiterschieben. Die U4 war dadurch mehr als 30 Minuten außer Betrieb.

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