Mariahilfer Straße: Wie es jetzt weitergeht

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Foto: KURIER/Jeff Mangione Ab Mitte Mai wird die Mariahilfer Straße für etwa zwei Jahre zur Dauerbaustelle.

Vassilakou stellt Fahrplan für Umbau vor. Experten und Politiker debattieren über Zukunft der Einkaufsstraße.

Die Anrainer haben sich für die Verkehrsberuhigung ausgesprochen - nun ist wieder die Politik am Zug. Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) hat am Montag den Fahrplan für die weitere Vorgangsweise in Sachen Mariahilfer Straße bekannt gegeben. Noch Mitte März soll die Ausschreibung für die Umgestaltung der Shoppingmeile in eine Fußgänger- bzw. Begegnungszone starten. Die Vergabe soll Mitte Mai erfolgen, unmittelbar danach sollen die Bauarbeiten auf Wiens wichtigster Einkaufsstraße beginnen.

Sie habe bereits die notwendigen Schritte eingeleitet, um den raschen Umbau der Straße zu ermöglichen, berichtete die Ressortchefin. Denn der Auftrag der Bürger sei nun "zügig und mit möglichst breitem Konsens umzusetzen". Die Vergabe der Arbeiten wird voraussichtlich Mitte Mai erfolgen, der Baubeginn "unmittelbar" nach der Vergabe, wie es hieß.

Zuvor wird es laut Vassilakou noch ein Treffen der Expertengruppe mit Vertretern des Handels - also etwa Wirtschaftskammer und Handelsverband - und Verkehrsexperten geben. Dabei soll ein Querungskonzept erarbeitet werden. Die Zusammenkunft soll in den kommenden Tagen stattfinden.

Gipfeltreffen

Fix ist auch, dass am Mittwoch der Runde Tisch in Sachen neuer "Mahü" über die Bühne gehen wird. Vassilakou möchte dort einen politischen Konsens "ausloten", wie sie erklärte. Laut Aussendung werden daran die Klubobleute der Rathausfraktionen teilnehmen.

Allerdings ist auch ÖVP-Chef Manfred Juraczka eingeladen. Er wird darum mit ÖVP-Klubchef Fritz Aichinger erscheinen. Bei der FPÖ hat hingegen nur Klubchef Johann Gudenus eine Einladung erhalten. Er werde aber auch seinen Landesobmann Heinz-Christian Strache fragen, ob er mitkommen wolle, sagte Gudenus.

Falls der FPÖ-Chef Zeit hat, droht ihm keine Abweisung. Gudenus dürfe selbstverständlich jemanden mitbringen, betonte ein Sprecher Vassilakous. Dass Strache nicht, Juraczka aber schon kontaktiert wurde, hänge damit zusammen, dass letzterer im Gegensatz zu Strache auch Mitglied der Landesregierung sei, hieß es.

Häupl nicht dabei

Jedenfalls nicht eingeladen und nicht mit dabei ist Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ). Es handle sich um ein Treffen der Klubchefs, hatte er am Freitag betont. Wobei er gleichzeitig versicherte: "Wenn mich die Vizebürgermeisterin auf einen Kaffee einlädt, komme ich natürlich." Im Vassilakou-Büro wurde am Montag nun beteuert, dass der Bürgermeister "natürlich" beim Runden Tisch willkommen sei, falls er doch kommen wolle.

Teil des Runden Tisches ist auch der Handelsverband, der das Ja für die Verkehrsberuhigung auf der Mariahilfer Straße begrüßt. Angesichts des knappen Ergebnisses sehe man nun aber die Chance, "den Reset-Knopf zu betätigen und das Konzept der Mariahilfer Straße unter Einbeziehung aller klugen Köpfe neu zu überdenken", sagt Handelsverband-Chef Stephan Mayer-Heinisch. Bei der Interessenvertretung sind u.a. die auf der Mahü ansässigen Ketten C&H, Humanic oder Peek&Cloppenburg Mitglied.

Die Zukunft der Wiener Mariahilfer Straße hat sich am vergangenen Freitag entschieden. An diesem Tag wurde das Ergebnis der Anrainerbefragung veröffentlicht. 53,2 Prozent votierten für das neue Verkehrsberuhigungskonzept.

Wie dieses aussehen wird, konnte zuletzt (bis 7. März, Anm.) auch in einer Ausstellung begutachtet werden. Die Schau (Ort: Mariahilfer Straße 103, Passage) wird nun am kommenden Mittwoch erneut eröffnet und noch einmal zwei Wochen zu sehen sein, teilte Vassilakou mit.

Die geplanten Neuerungen auf der MaHü

Die Visualisierung zeigt das geplante Design für die "Mahü" auf Höhe der Theobaldgasse. Seit Februar können sich Interessierte bei einer Ausstellung in der Mariahilfer Straße 103 ein Bild über die Neugestaltung machen. Vor der Barnabitenkirche (Kirchengasse) soll ein neuer Platz entstehen. Bundesländerplatz (Neubaugasse): Das Niveau zwischen Fahrbahn und Gehsteig wird angeglichen. Außerdem werden neue, begrünte Sitzmöbel aufgestellt ("Pausengarten") Die Begegnungszone als Boulevard: Mehr Grün, mehr Gelb und Schanigärten gleich neben der Fahrbahn. Sackgassen sollen das Queren durch den Autoverkehr verhindern. Wassertisch Trampolins für Kinder und Erwachsene.
(apa / jt) Erstellt am
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