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Suchthilfe Jedmayer: Bezirk lädt zum Anrainer-Dialog über Schutzzone

Am 2. Juni werde die Bewohner vom Bezirk angehört. Die ÖVP vermisst „langfristige Konzepte“ am Drogen-Hotspot.
Suchthilfe Wien

Die Debatte rund um das Suchthilfezentrum Jedmayer und den Drogen-Hotspot, der sich rund um die Einrichtung bei der U6-Station Gumpendorfer Straße gebildet hat, hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Seit Kurzem kommt wieder Bewegung in die Causa.

Am Dienstag, den 2. Juni, werden nun auch die Bewohner vom Bezirk angehört: Die neue SPÖ-Bezirksvorsteherin Julia Lessacher lädt zur Anrainerversammlung in das Haus der Begegnung in Mariahilf.

Diskutiert wird dort wohl über die jüngsten Maßnahmen rund um das Jedmayer: Stadt und Polizei haben seit 8. Mai eine Schutzzone rund um den Fritz-Imhoff-Park eingerichtet. Diese macht es der Polizei leichter, Platzverweise und Betretungsverbote auszusprechen. Zudem hat der Bezirk entschieden, den Park in der Nacht zu sperren. Breiteren Raum wird aber wohl die Debatte darüber einnehmen, was noch nicht passiert ist.

ÖVP will Alkoholverbot und Videoüberwachung

Vor allem der Mariahilfer ÖVP-Bezirksparteichef Gerhard Hammerer setzt sich seit Langem für ein konsequenteres Vorgehen und einen besseren Schutz der Anrainer ein. Er zeigt sich im KURIER-Gespräch erfreut, dass der Forderung seiner Partei nach einer Anrainerversammlung „nach eineinhalb Jahren“ entsprochen wurde“ – richtet zugleich aber weitere Forderungen an Stadt und Bezirk.

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Der Mariahilfer ÖVP-Bezirksparteichef Gerhard Hammerer drängt auf die Umsetzung seines „5-Punkte-Pakets“.

Die Mariahilfer ÖVP habe im Sommer des Vorjahres ein „5-Punkte-Paket“ vorgelegt. Wichtige Maßnahmen daraus seien „immer noch nicht umgesetzt“, sagt Hammerer. So wünsche er sich nicht nur eine Schutzzone, sondern auch eine Alkoholverbotszone (analog zur Regelung am Westbahnhof) rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße und den Lidl-Supermarkt in der Wallgasse. „Schutzzone und Alkoholverbot müssen Hand in Hand gegen“, sagt Hammerer.

Auch die geforderte Aufstockung beim Sicherheitsdienst der Wiener Linien könne man nicht erkennen, sagt Hammerer. Derzeit laufe eine Anfrage bei Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Ebenfalls auf der ÖVP-Forderungsliste: Notrufsäulen und Videoüberwachung.

Insgesamt beklagt Hammerer, dass „ein langfristiges Konzept fehlt, um die Konzentration (der Suchtkranken, Anm.) beim Jedmayer zu reduzieren.“

Tätigkeitsbericht: 170.000 Spritzenkontakte

Er verweist auf den Tätigkeitsbericht der Suchthilfe, die die Spritzentauschkontakte aller Wiener Einrichtungen auflistet: Auf das Jedmayer entfielen 2025 mehr als 82 Prozent aller Kontakte – in absoluten Zahlen waren es 170.000. Das ist ein konstantes Plus seit dem Jahr 2020.

„Und das, obwohl sich die Stadt rühmt, andere Einrichtungen ausgebaut zu haben“, sagt Hammerer. Als erste Maßnahme zur besseren Verteilung schlägt er vor, die Substitutionstherapie zu dezentralisieren, indem das Rezept nur noch am Wohnort eingelöst werden kann.

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