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Chronik Wien
05/11/2021

Manager der Sozialbau AG tritt überraschend ab

Bernd Rießland war nach Veranlagungen bei Pleite-Bank massiv in Kritik geraten

von Josef Gebhard

Es ist eine Entscheidung, die branchenintern für heftige Diskussionen sorgt: Bernd Rießland zieht sich aus dem Vorstand der Sozialbau AG, einem Verbund gemeinnütziger Wiener Wohnbauvereinigungen, zurück. Das gab er am Dienstag bekannt. Er wolle sich künftig stärker auf die Verbandstätigkeit konzentrieren. Zur Erklärung: Rießland ist auch Obmann der Gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV).

Zuletzt war der 66-Jährige massiv unter Druck geraten: Unternehmen der Sozialbau AG hatten wie berichtet mehr als 70 Millionen Euro auf Konten der Commerzialbank liegen, als diese im Sommer 2020 pleite ging. Diese Gelder drohen nun verloren zu gehen. Rießland, für den Konzern als kaufmännischer Direktor tätig, hatte zuletzt betont, auf die Prüfinstanzen der Republik vertraut zu haben, die der Bank ein gutes Zeugnis ausgestellt hatten. Man sei bei den Veranlagungen keineswegs riskant vorgegangen, sondern sei vielmehr Opfer eines Kriminalfalles.

Zusammenhänge werdeb bestritten

Dass der Rückzug Rießlands eine Reaktion auf die Commerzialbank-Causa sei, weist ein Sprecher der Sozialbau AG zurück. „Das genaue Gegenteil ist der Fall.“ Rießland hätte sich altersbedingt schon im Vorjahr aus dem Unternehmen verabschieden können, habe seinen Vertrag aber noch um ein Jahr verlängert, um alle offenen Fragen rund um die Causa Commerzialbank zu klären. Dies sei mittlerweile erfolgt.

GBV-Obmann werde er bis zum Auslaufen der Funktionsperiode bleiben, sagt der Sprecher.

Branchenintern wie auch seitens will man diese Darstellung nicht so recht glauben, schließlich sei der Rückzug sehr überraschend und ohne Vorankündigung erfolgt, wie zu vernehmen ist.

Bauernopfer?

Auch aus der Politik gibt es Reaktionen: „Das Ausscheiden Rießlands ist kein Ersatz für eine umfassende Aufklärung“, sagt Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp. „Der zeitliche Zusammenhang ist jedenfalls mehr als auffällig, auch wenn ein direkter Konnex zur Causa Commerzialbank in Abrede gestellt wird.“ Und weiter: „Der Abgang Rießlands erinnert mich an ein Bauernopfer. Die Forderung nach Sonderprüfungen der betroffenen Unternehmen des Sozialbau-Verbundes bleibt aufrecht.“

 

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