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Sexuelle Gesundheit ohne Hürden: Neues Ambulatorium in Wien eröffnet

Magnus* bietet niederschwellige Anlaufstellen zu allen Themen der sexuellen Gesundheit - von der Prävention bis zur Behandlung.
AIDS HILFE WIEN: MAGNUS AMBULATORIUM FÜR SEXUELLE GESUNDHEIT

Magnus Hirschfeld war nicht nur Arzt, Pionier der Sexualwissenschaft und Vorkämpfer für die Rechte homosexueller Menschen. Er ist auch Namensgeber von Magnus*, einem Ambulatorium für sexuelle Gesundheit, das am Montag im Aidshilfe-Haus am Mariahilfer Gürtel eröffnet wurde.

Hier sollen alle Themen der sexuellen Gesundheit – Prävention, Testung, Behandlung und Beratung – aus einer Hand angeboten werden, erklärt Mirijam Hall, Vorsitzende der Aids Hilfe Wien. Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht die Notwendigkeit eines solchen niederschwelligen Angebots. Weltweit und auch in Europa nehmen die Zahlen sexuell übertragbarer Infektionen (STI) seit Jahren deutlich zu. Insbesondere bei den sogenannten „Big Five“: Chlamydien, Syphilis, Gonorrhö, Hepatitis und HPV, wie die aktuellen Daten der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC zeigen.

Aus einer Hand

„Das Thema ist nach wie vor von Scham und Unwissen geprägt. Viele wissen die Symptome nicht richtig einzuschätzen“, sagt Agnes Streissler-Führer, Vorsitzende des Landesstellenausschusses der ÖGK in Wien. Zudem mussten Betroffene bisher verschiedene Stellen für Beratung, Diagnose und Behandlung aufsuchen. Hier soll das gebündelte Angebot des Magnus*-Ambulatoriums Abhilfe schaffen.

Besonders deutlich wird dieser Ansatz im ersten Stock des frisch renovierten Gründerzeitgebäudes. Direkt neben den Behandlungsräumen befinden sich die Gesprächszimmer für die psychologische Beratung. Besonders wichtig etwa für Menschen, die gerade eine HIV-Neudiagnose erhalten haben und unmittelbar psychologische Unterstützung benötigen. Im Erdgeschoß befinden sich der helle, offene Empfang und die Testungsräume. Im Stiegenhaus erinnern Plakate vergangener Kampagnen – darunter auch das legendäre Sujet mit der nackten Dolores Schmidinger – an die mehr als 40-jährige Arbeit der Aidshilfe Wien.

Ein Behandlungsraum mit Liege, Infusionsständer, Trennwand und geöffneter Tür mit der Aufschrift „INFUSION“.

Einer der neuen Behandlungsräume des Ambulatoriums.  

16.200 Behandlungen jährlich

Hier am Mariahilfer Gürtel sollen künftig rund 30.000 Kontakte ermöglicht und rund 16.200 Behandlungen durchgeführt werden. Nicht nur Spitäler sollen so entlastet werden, sondern auch der niedergelassene Bereich. Zudem wird ein statistisches Kompetenzzentrum zum Thema eingerichtet. „So werden wir erstmals in Österreich wirklich verlässliche Daten zu STI liefern können“, sagte Hall.

Getragen wird das Ambulatorium von der Aids Hilfe Wien in enger Kooperation mit der Stadt Wien und den Krankenversicherungsträgern (ÖGK, SVS, BVAEB). Das mehrsprachige Ambulatorium soll „ein Raum sein, in dem alle Menschen ihre sexuelle Gesundheit selbstbestimmt fördern können – frei von Diskriminierung und Barrieren“, so der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ).

In diesem Sinne bleiben auch die anonymen, kostenfreien HIV-Tests sowie die HIV-Behandlung für nicht versicherte Menschen Teil des Angebots.

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