Die Poliei analysiert die Überwachungsvideos.

© KURIER/Bernhard Ichner

Vorwurf
01/17/2017

Mädchen soll auf Gleise der S-Bahn gestoßen worden sein

In der Krottenbachstraße soll es zu Angriff auf 14-jährige Muslimin gekommen sein. Polizei bestätigt den Vorfall nicht.

von Bernhard Ichner

Ein angeblich rassistischer Übergriff auf eine 14-Jährige erregt derzeit die Online-Community. Die junge Muslimin soll am Montag in der Krottenbachstraße in Wien-Döbling auf die Gleise vor eine S-Bahn gestoßen worden sein. Motiv für den tätlichen Angriff soll das Tragen eines Kopftuchs gewesen sein. Die Eltern haben Anzeige erstattet. Die Polizei bestätigt den Vorfall allerdings nicht.

Schülerin Sinem Ö. erzählt dem KURIER, sie sei am Montagnachmittag gegen 16 Uhr gerade von ihrer Schule in Döbling auf dem Heimweg gewesen, als sie in der S-Bahn Krottenbachstraße von einer mutmaßlichen Obdachlosen erst „komisch angeschaut“, dann verfolgt und schließlich angesprochen worden sei. Sie beschreibt die grauhaarige Frau als heruntergekommen und zwischen 50 und 60 Jahre alt.

Die Angreiferin habe „viel angehabt, extrem gestunken und einen Einkaufswagen vor sich her geschoben“. Die Frau soll das Mädchen auf dessen Kopftuch angesprochen und sie eine Terroristin genannt haben, bevor sie sie niederstieß. Das Mädchen gibt an, auf die Gleise gestürzt und benommen liegen geblieben zu sein, als bereits der Zug Richtung Handelskai über die Lautsprecher angekündigt wurde. Ein junger Mann soll sie im letzten Moment wieder auf den Bahnsteig gezogen haben, bevor die S-Bahn Sekunden später einfuhr. Die verwahrloste Frau habe die Aufregung genutzt, um in den Aufzug einzusteigen und die Station zu verlassen.

Video widerspricht der Darstellung

Im Spital wurden Kochenprellungen diagnostiziert und das Bein der Schülerin bandagiert. Ihr Vater erstattete Anzeige gegen Unbekannt wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung. Von der Auswertung der Videoüberwachung in der S-Bahn-Station erhoffte sich die Polizei Aufschlüsse auf die Identität der Verdächtigen.

Eine erste Videoanalyse bestätigte die Angaben des Mädchens allerdings nicht. Laut Polizei gab es im angegeben Zeitraum keinen körperlichen Kontakt zwischen der Frau und der Schülerin. Diese sei weder niedergestoßen worden, noch auf den Gleisen gelegen. Das Mädchen soll nun mit den Filmaufnahmen aus den Überwachungskameras konfrontiert werden.

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