Auslöser des Streits: Das Bauprojekt Nissels in Bad Fischau (NÖ)

© /Sascha Trimmel

Prozess
01/24/2015

"Lovecoach" hat ein Problem mit Pfusch am Bau

Zwei ATV-Stars streiten vor Gericht: Nach Pleite bei Hausbau geht’s um üble Nachrede.

von Michaela Reibenwein

Zwei Aushängeschilder des Privatsenders ATV standen sich gestern am Wiener Landesgericht gegenüber. Auf der einen Seite der selbst ernannte "Lovecoach" Robert Nissel. Auf der anderen Pfusch-am-Bau-Retter Günther Nussbaum. Beide sind für knackige Sager bekannt: "Selbst ist die Frau – im Haushalt." Oder: "Ich bin zu fantastisch, zu fantastisch gut", gehen auf die Kappe Nissels. Nussbaum hingegen sinniert gerne über Taubenkot: "Ein bisserl Taubenscheiße stärkt das Immunsystem."

Betrugsvorwurf

Anlass für das Treffen vor dem Richter war ebenfalls eine markige Äußerung. "Er hat gesagt, ich bin ein Betrüger", klagt Nissel in Richtung Nussbaum. Im Juristendeutsch heißt das üble Nachrede.

Auslöser war ein Bauprojekt Nissels in Bad Fischau (NÖ). Der beinahe-FPÖ-Kandidat für die Gemeinderatswahlen baut dort sieben Reihenhäuser. Sechs will er verkaufen, in eines mit seiner philippinischen Frau und dem gemeinsamen Kind einziehen. Doch der Bau ging schief. Ein Handwerker entdeckte schwere Mängel und schickte Bilder davon an den Bau-Sachverständigen Nussbaum. "Da sind unfassbare Mängel aufgetaucht. Da war Gefahr im Verzug, da ging es um einen Deckeneinsturz", erzählt der Techniker. Er habe seinen Fernseh-Kollegen Nissel daraufhin auf Facebook angeschrieben und ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er sich eine konkursreife Baufirma geholt hätte.
Der Lovecoach sieht das anders: "Er hat auf Facebook ständig auf mich hingehaut. Das muss man ja nicht gleich veröffentlichen." "Wie oft hab ich dich verteidigt?", wehrt sich Nussbaum. "Aber einige nicht gute Fans, die haben bei ihm gestichelt und geschrieben", beharrt Nissel.

Er sei kein Betrüger, sondern selbst betrogen worden: "Ich als Laie kann das ja nicht überprüfen." "Wärst du nicht auf Distanz gegangen, wären deine Häuser schon fertig", gibt ihm Nussbaum mit auf den Weg.

1000 PS

In der Zwischenzeit hat Nissel einen neuen Partner für den Bau. Ein Teil der Reihenhausanlage muss abgerissen werden. "Ich verliere 300.000 Euro", seufzt er. "Aber was soll’s. Privat bin ich glücklich. Ich hab’ ein Auto mit 1000 PS. Irgendwas muss ja passieren."

Urteil vor Gericht gibt es keines. Die beiden Herren wollen den Streit nun doch außergerichtlich bereinigen. Sie trennen sich mit einem Handschlag.

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