Derzeit sind großformatige Malereien von Yazer Rezahi zu sehen. 

© Kurier/Jeff Mangione

Chronik Wien
02/03/2021

Lockdown-Ausweg: Wo man in Wien mit Kunstwerken fensterln kann

Eine Pop-up-Galerie beim Augarten zeigt wechselnde Arbeiten, zwei fixe Schauräume präsentieren Kunstposter – und zwar durch Glasscheiben.

von Stefanie Rachbauer

Vernissagen, Ausstellungen und ähnliche für die Kunstszene essenzielle Formate haben es in Zeiten von Lockdowns schwer. Und darunter leiden sowohl Kunstliebhaber als auch Kunstschaffende.

Im 20. Bezirk hat man nun eine Möglichkeit gefunden, dieser misslichen Lage zumindest ein bisschen zu entkommen. Kunst wird dort kurzerhand in und über die Fensterscheibe gezeigt.

Ab Freitag präsentieren Studierende vom Fachbereich Zeichnen an der Akademie für bildende Künste in den Schaufenstern von zwei Kunstlocations ihre Arbeiten.

Im Ausstellungsraum New Jörg und bei Stiege 13 in der Jägerstraße 56 bzw. 62-64 werden vormittags Poster affichiert, die die angehenden Künstler entworfen haben. (Eine Vorschau ist über das Instagram-Profil „poster.21“ abrufbar.)

Und ein paar hundert Meter weiter Richtung Augarten, in der Karl-Meißl-Straße 9, wurde eine temporäre studentische Galerie eingerichtet.

Lehrprojekt

Über große Fenster und eine verglaste Tür blickt man vom Gehsteig in zwei Ausstellungsräume.

„Es ist für die Studierenden wichtig, das Ausstellen zu lernen“, sagt Zeichen-Professorin Veronika Dirnhofer im Gespräch mit dem KURIER.

Deshalb hat sie mit ihrer Klasse in der Augasse im 9. Bezirk (wo die Akademie der bildenden Künste wegen der Renovierung des Stammhauses am Schillerplatz bis zum Sommer ihr Ausweichquartier hat) eine kleine Galerie namens Bau 2-6 eingerichtet.

Das Problem dabei: Als die Pandemie kam, mussten Besucher draußen bleiben. Dirnhofer und ihre Studierenden zogen daher im Oktober in den 20. Bezirk. Sie dürfen dort vorübergehend Räume im Erdgeschoß eines Mehrparteienhauses nutzen, das derzeit saniert wird.

Zusammenarbeit mit Angewandter

Präsentiert werden die Werke dort auf den teils rohen Wänden und auf verstaubtem Fischgrätparkett.

Der Boden dient deshalb als Ausstellungsfläche, weil die Zeichen-Studierenden ihre Galerie gemeinsam mit der Skulpturen-Klasse von der Universität für angewandte Kunst bespielen.

Aktuell zu sehen sind mehrere kleinformatige Papierarbeiten und zwei großformatige Malereien von Yazer Rezahi. Er studiert seit drei Jahren an der Akademie und beschäftigt sich in seiner Kunst mit Fragen rund um Malerei und Malereigeschichte.

Die rote Buchstaben-Skulptur am Boden stammt von der Künstlerin Zsa Zsa, die an der Angewandten im 3. Semester ist.

Die gezeigten Werke wechseln außerhalb der Ferien wöchentlich: Ab 28. Februar sind wieder jeden Donnerstag neue Arbeiten zu sehen. Anschauen kann man diese übrigens auch abends: Die Räume sind bis 20 Uhr beleuchtet.

Performances geplant

Bleiben wird die Pop-up-Galerie bis Juni. Im Sommersemester ist eine Zusammenarbeit mit Kollegen geplant: Angedacht sei, dass die Klasse für performative Kunst an der Akademie die Pop-up-Galerie „nach außen öffnet“, sagt Professorin Dirnhofer.

Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass der Wallensteinplatz und der Augarten bespielt werden. Details sollen folgen.

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