Chronik | Wien
28.06.2018

Liesing: Eine Idylle am Rande der Großstadt

© Bild: Kurier/Gerhard Deutsch

Mauer gilt mit seinen Heurigen, Wanderwegen und wenigen Touristen noch als Geheimtipp

Das Gezwitscher von Vögeln liegt in der Luft – sie scheinen einen Wettkampf auszutragen, wer denn die schönste Stimme habe. Ab und zu gesellt sich das Zirpen von Grillen dazu – sie möchten wohl auch mitmischen. Ein Pärchen sitzt auf einer Holzbank an einem Teich, umgeben von Bäumen, und beobachtet eine Entenmutter mit ihrem Küken. Sonst sind an diesem Mittag kaum Menschen anzutreffen, es wirkt ruhig und idyllisch.

Mauer, in Liesing gelegen, hat vor allem für Naturfans viel zu bieten. Und auch die Anreise aus der Innenstadt ist vergleichsweise unkompliziert: Von der U-Bahn-Station Hietzing sind es mit dem Bus 56A ungefähr 20 Minuten. Wer lieber das Auto wählt, braucht vom Zentrum rund eine halbe Stunde.

Einer der schönsten Plätze ist der Pappelteich, mitten im Maurer Wald gelegen. Was als erstes auffällt: Er ist von einem Betonrechteck eingegrenzt. Das liegt daran, dass er ursprünglich als Schwimmbecken konzipiert war. Mittlerweile ein Biotop, leben hier viele Tiere. Geduldige Besucher können mit ein wenig Glück Libellen, Unken, Lurche, Frösche und Ringelnattern erblicken.

Wer sich die Beine ausgiebig vertreten möchte, dem sei der Stadtwanderweg Nummer sechs ans Herz gelegt: ein 12,5 Kilometer langer Waldspaziergang.

„Besseres Grinzing“

In der Maurer Lange Gasse reihen sich mehrere Heurige aneinander. Anders als nach Grinzing oder Neustift am Walde verirren sich hierher aber kaum Touristen – Einheimische sitzen hier bei einem Achterl Wein, der quasi vor der Haustür wächst. „Wir genießen es hier sehr. In andere Gegenden braucht man wegen der Touristen ja gar nicht mehr hinfahren. Bei uns ist es einfach besser als in Grinzing.“, meint die langjährige Bezirksbewohnerin Helga B.

Das Maurer Weinbaugebiet erstreckt sich auf einer Fläche von mehr als 50 Hektar: Grüner Veltliner und Sauvignon Blanc sind die gängigsten Rebsorten. Etliche Wirte haben sogar Fernseher in den Gastgärten aufgestellt. Auch sie lassen sich das Spektakel Weltmeisterschaft nicht entgehen und bieten ihren Gästen Hausmannskost gepaart mit Fußball an.

Von Benjamin Enajat