Kündigungen, Pensionen, Versetzungen: Hunderte Abgänge bei Polizei
Das Innenministerium wird nicht müde, regelmäßig auf den Personal-Rekord in den eigenen Reihen hinzuweisen. Erst am Wochenende wurde erneut per Aussendung ein Plus von mehr als 620 Kräften verkündet – demnach gab es in Österreich noch nie so viele Polizistinnen und Polizisten.
Mindestens genauso relevant ist die Zahl an Abgängen aus dem Exekutivdienst in Wien, wie eine parlamentarische Anfragebeantwortung des Innenministers an den Nationalratsabgeordneten Reinhold Maier (FPÖ) zeigte. So schieden in Wien im Vorjahr 412 Beamtinnen und Beamten freiwillig aus.
Zum Vergleich: In Niederösterreich fällt die Zahl mit 57 freiwilligen Abgängen vergleichsweise gering aus. In Wien versehen derzeit 7.845 Polizistinnen und Polizisten ihren Dienst. Auch die Pensionierungen wirken sich auf den Personalstand aus.
So gingen in Wien im vergangenen Jahr 141 Bedienstete in den Ruhestand. Angeführt wird die Liste mit den meisten Pensionierungen mit 155 Personen von Niederösterreich, in Tirol und Kärnten gingen die wenigsten Beamtinnen und Beamten in Pension.
Viele Pensionierungen
„Es darf festgehalten werden, dass überdurchschnittlich viele Pensionsabgänge im letzten Quartal des Jahres erfolgen. Dieser Ausgleich erfolgt mit den nächsten Aufnahmeterminen im Folgejahr“, heißt es in der Anfragebeantwortung.
Die Polizei verlor auch Personal an eigene Dienststellen: Es gab 44 Versetzungen in andere Bundesländer, am beliebtesten sind hier Wechsel nach Niederösterreich (14), ins Burgenland (12) und Oberösterreich (5). 125 Personen wechselten von der Wiener Polizei ins Innenministerium – etwa in die Zentralleitung oder verschiedene Ämter. Andere Bundesländer sind von den internen Versetzungen deutlich weniger betroffen, da sie seltener Personal an Zentralstellen „abgeben“. Aus Wien in andere Bundesländer zu wechseln, ist in der Praxis schwierig, die Wartezeit beträgt meist mehrere Jahre.
Wartezeit beträgt Jahre
Ein Wiener Polizist, mit dem der KURIER vor eineinhalb Jahren gesprochen hat, wartete damals bereits seit 13 Jahren, um in seine zwei Wunsch-Bundesländer zu wechseln. Bei beiden hatte es der Beamte trotz der jahrelangen Wartezeit nicht einmal unter die ersten 100 Bewerber geschafft. „Jedes Jahr rückt man immer nur wenige Plätze nach vorn. Das ist sehr zermürbend“, erzählte der Beamte damals.
Personalstand
Derzeit versehen 7.845 Polizistinnen und Polizisten in Wien Dienst. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 waren es noch 7.693 Personen.
5 Suspendierungen
gab es im vergangenen Jahr bei der Wiener Polizei. Die meisten Suspendierungen gab es 2025 mit 9 Fällen in Tirol.
Drop-out-Quote
Laut BMI schieden im Vorjahr 30 Prozent der Polizeischüler in Wien aus der Schule aus – freiwillig oder weil sie den Anforderungen nicht gerecht wurden. 750 Neuaufnahmen sind für heuer geplant.
Ein weiteres Problem im Personalstand zeigt sich bei Polizeischülerinnen und -schülern: Auch während der Ausbildung kommt es zu Abgängen – etwa durch freiwillige Kündigungen oder auch Entlassungen durch den Arbeitgeber. Laut BMI schieden im Vorjahr durchschnittlich 30 Prozent der Polizeischüler in Wien aus der Schule aus – entweder freiwillig oder weil sie den Anforderungen nicht gerecht wurden.
Polizeischüler brechen ab
Mit Blick auf die Anfragebeantwortung zeigt sich, dass in Wien im Vorjahr 367 Polizeischülerinnen und -schüler ihre Ausbildung abgebrochen haben, 232 davon waren Männer. Die Gründe dafür sind vielseitig, wie Bundespolizeidirektor Michael Takacs dem KURIER erklärte: „Viele haben sich den Beruf anders vorgestellt. In der Praxisphase merkt man dann zum ersten Mal, wie anstrengend Nachtdienste sein können. Andere kehren wieder in ihren alten Beruf zurück.“ Diesen Abgängen aus dem Vorjahr stehen die heuer geplanten 750 Neuaufnahmen in den Wiener Polizeiklassen gegenüber.
Es ist zwar schön, dass wir viele Polizeischülerinnen und -schülern aufnehmen, aber der Exekutivstand ist im vergangenen Jahr von Jänner bis Dezember in Wien um 25 Leute gesunken.
FSG Gewerkschaft
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