Derzeit wird unter anderem am Vorplatz des neuen Spitals gearbeitet.

© /Josef Gebhard

Wien
06/30/2015

Krankenhaus Nord noch teurer als geplant

Anstieg der Kosten um zehn Prozent auf 1,05 Milliarden Euro

von Josef Gebhard

Einmal mehr muss der Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) schlechte Nachrichten zum Krankenhaus Nord verkünden: "Wir gehen derzeit von Kostenüberschreitungen von rund zehn Prozent gegenüber dem ursprünglichen Kostenrahmen von 954 Millionen Euro aus", sagt der stellvertretende Generaldirektor Thomas Balazs. Somit liegt der Gesamtbetrag bereits bei 1,05 Milliarden Euro.

Noch im Vorjahr hatte man mit einer lediglich möglichen Kostenüberschreitung von maximal fünf Prozent gerechnet. Doch in der Zwischenzeit musste der Fertigstellungstermin für das 785-Betten-Spital in Floridsdorf abermals verschoben werden: Von 2016 auf Juni 2017.

Schuld seien laut Balazs immer noch jene zwei Probleme, die bereits seit geraumer Zeit bekannt sind: 2012 hatte sich herausgestellt, dass die Statik-Berechnung für das Tragwerk falsch war. Im März 2014 ging zudem eine der Fassaden-Firmen in Konkurs. Die Nachwehen bekommen jetzt die Unternehmen zu spüren, die erst verspätet mit dem Innenausbau beginnen konnten. Seit dem Frühjahr läuft ein Clearing-Verfahren, mit dem der endgültige Schaden beziffert werden soll, der den Haustechnik-Firmen durch die Verzögerung entstanden ist. Dabei wird auch ein neuer Zeitplan erstellt.

Klage

Gut die Hälfte der Mehrkosten werde aber wieder an den KAV zurückfließen, ist Balazs optimistisch. Vergangene Woche habe man eine Feststellungsklage gegen die Statikfirmen eingebracht. In einem Dutzend Fälle habe man zudem Versicherungsmeldungen eingebracht und prüfe rechtliche Schritte zur Schadloshaltung.

Ob es zu einem weiteren Kostenanstieg kommen kann, will Balazs nicht gänzlich ausschließen: "Bei einer derart großen Baustelle kann immer etwas passieren."

Davon ist man bei der Opposition schon jetzt überzeugt: "Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely wird noch tiefer in die Tasche greifen müssen, nämlich bis zu 1,5 Milliarden Euro", sagt ÖVP-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec. "Die Wiener werden bestimmt bis 2018 auf eine Eröffnung warten müssen."

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