Kopfschuss: Verbindung zu Waffenfund auf Donauinsel

BLUTTAT IN WIEN-BRIGITTENAU - MANN MIT SCHUSSWUNDE
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET Tatort Jägerstraße

Eifersucht, Schutzgeld und Tschetschenen mit Maschinenpistole - die Hintergründe sind noch nicht restlos geklärt.


Update am 21. April, 14.10 Uhr: Stellungnahme von Bekannten des Opfers

Haben der Kopfschuss in der Jägerstraße in Wien-Brigittenau am Ostersonntag und die Massenfestnahme von 22 Tschetschenen nach einem Waffenfund auf der Donauinsel im Februar einen Zusammenhang? Auch wenn sowohl die Mordermittler des Landeskriminalamts als auch der Anwalt des Schützen, Philipp Wolm, derzeit von Eifersucht als Motiv für den tödlichen Kopfschuss ausgehen, gibt es offenbar einen Zusammenhang, der über das Schutzgeldmilieu führt.

Denn laut Polizeiprotokoll waren "vermutlich vier Personen" in die Auseinandersetzung involviert, die sich von der Blanco-Lounge auf die Straße verlagerte. Dabei dürfte der Kosovare Shkeizen D. (27) den Österreicher Igor Z. (26) mit einem Kopfschuss getötet haben. Nach der Tat stieg D. in einen VW Touareg und fuhr in das Wachzimmer Pappenheimgasse. Der Fahrer des Fahrzeugs sagte nach Angaben einer Polizistin: "Da geh jetzt zur Polizei und sag das!"

Pfefferspray dabei

Beide Personen wirkten sichtlich nervös, aufgewühlt und gestresst, heißt es in dem Amtsvermerk. Gegenüber der Polizei gestand Shkeizen D. dann die Tat mit den Worten "Ich habe die Scheiße gerade gemacht, auf der Jägerstraße". Er wurde festgenommen und durchsucht. Dabei fanden die Beamten in der Jackentasche ein Pfefferspray, die Tatwaffe dann später im Fahrzeug des Hauptverdächtigen.

Philipp Wolm, Strafverteidiger… Foto: /Privat Verteidiger Wolm Spannend ist aber auch jener Mann, der den 26-Jährigen zur Polizei brachte und offenbar seither untergetaucht ist. Denn das Auto gehört einem 55-jährigen ehemaligen Kaffeehausbesitzer aus Wien-Leopoldstadt. Der Gastronom ist seit Herbst 2016 zahlungsunfähig. Knapp zweieinhalb Wochen vor der Tat erstattete er offenbar Anzeige wegen einer Schutzgelderpressung.

Diese wiederum steht offenbar in Zusammenhang mit einem weiteren Vorfall, der im Februar Schlagzeilen machte: Dabei wurden 22 Tschetschenen auf der Donauinsel festgenommen, die sich auf einem Parkplatz dort zusammengerottet hatten. Dabei wurde eine Maschinenpistole, eine Pistole sowie Munition sichergestellt. Das ganze geschah rund drei Kilometer Luftlinie entfernt von dem ehemaligen Lokal des 55-Jährigen. Ob ein Zusammenhang besteht, ist allerdings noch unklar.

Interessantes Detail: Der Schütze  arbeitet als Türsteher in einer von Tschetschenen frequentierten Disco.

Ein Freund der Opferfamile betont gegenüber dem KURIER, dass Igor Z. "ganz sicher nichts mit Schutzgeld zu tun hat. Der Igor war ein guter Mensch, er hat nicht einmal einen Strafzettel bekommen in seinem Leben. Wir, die Freund und die Familie, verstehen die Hintergründe selbst nicht." Die Familie geht davon aus, dass eine Kellnerin der Auslöser für den Tod von Z. war.

(kurier) Erstellt am
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