© APA/HANS PUNZ

Chronik Wien
10/11/2021

Klinik Floridsdorf hat nun doch eine Neuro-Abteilung

Für den Gesamtbau fehlt immer noch die Schlussabrechnung, die vom Management schon für 2020 erwartet wurde

von Josef Gebhard

Eigentlich ist die Klinik Floridsdorf (früher: Krankenhaus Nord) schon seit mehr als zwei Jahren in Betrieb. Eine nicht ganz unwesentliche Abteilung wurde allerdings erst jetzt eröffnet: die Neurologie mit 24 stationären Betten.

Hinzu kommen vier Betten zur Akutnachsorge, vor allem aber sechs für die Versorgung von Schlaganfall-Patienten im Rahmen einer sogenannten Stroke Unit. Immerhin würden rund 5.000 Menschen jedes Jahr in Wien einen Schlaganfall erleiden, wie Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bei der Eröffnung der Abteilung am Montag betonte. Abgedeckt werden aber auch Krankheitsbilder wie multiple Sklerose, Epilepsie oder Kopfschmerzen.

Freilich: Die Geschichte der neuen Abteilung ist einigermaßen verworren und damit sinnbildlich für die Planung des Leistungsangebots in den Wiener Gemeindespitälern.

Zwar war im Spitalskonzept 2030 seit jeher eine Neurologie für die Klinik Floridsdorf vorgesehen. Als 2012 die Bauarbeiten begannen, hat man dann aber doch auf ihre Errichtung verzichtet. Was intern für Verwunderung sorgte, wäre sie doch eine wichtige Ergänzung für die geplante Traumatologie-Abteilung.

Warum damals der Bau abgesagt wurde, ließe sich heute nicht mehr eruieren, sagt eine Sprecherin des Gesundheitsverbundes (Wigev) zum KURIER. Man habe aber beschlossen, den Betrieb des Spitals zwei Jahre lang zu evaluieren und dann zu entscheiden. Das Ergebnis: Angesichts der hohen Wien-weiten neurologischen Leistungszahlen sei die Abteilung doch notwendig. Auch vor dem Hintergrund der stark wachsenden Bevölkerungszahl im Nordosten Wiens.

Nun hätten alle Gemeindespitäler (mit Ausnahme der bald schließenden Klinik Penzing) eine Stroke Unit. Aus Penzing würden auch Teile des Personals für die neue Abteilung kommen, sagt die Sprecherin.

400.000 Euro Kosten

Gekostet hat die neue Neurologie-Abteilung übrigens rund 400.000 Euro. Das geht aus der Beantwortung Hackers einer ÖVP-Anfrage hervor, die dem KURIER vorliegt. Einzelne Teilleistungen müssen aber erst schlussgerechnet werden.

Noch ausständig ist hingegen die Schlussrechnung für den Gesamtbau des Spitals, die laut früheren Angaben des Managements bereits im Vorjahr hätte vorliegen sollen. Auch dazu stellte die ÖVP eine Anfrage an Hacker. Demnach werde der vom Stadtrat 2018 vorgegebene Kostenrahmen von 1,341 Milliarden Euro nach jetzigem Stand eingehalten, es sei sogar vom Unterschreiten einer reduzierten Obergrenze von 1,3 Millionen Euro auszugehen, betont er. Dennoch: Zu Baubeginn war man von 825 Millionen Euro ausgegangen.

Wann die Schlussrechnung erfolgen werde, sei laut Sprecherin noch offen. „Es gibt noch strittige Rechnungen, mit den betreffenden Firmen muss noch eine Einigung erzielt werden.“

Pikantes Detail am Rande: Bis dato konnten lediglich zwei Millionen Euro an Regressforderungen geltend gemacht werden. Konkret geht es dabei um das Gewerk „Fassade“.

ÖVP-Kritik

Scharfe Kritik kommt von der ÖVP: „Das Chaos rund um das SPÖ-Wien-Skandalprojekt Krankenhaus Nord zieht sich auch im Jahr 2021 weiter“, sagen die Gemeinderäte Ingrid Korosec und Patrick Gasselich.

„Die Mehrkosten von rund einer halben Milliarde Euro müssen die Wiener Steuerzahler ausbaden.“

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.