Chronik | Wien
01.12.2016

Kein Wochenendbetrieb, weil drei HNO-Fachärzte fehlen

KAV muss Ärztemagel einräumen. HNO-Abteilung wird ab Jänner zur Wochenklinik

Weiter für Kontroversen sorgt die Reduktion der Patientenversorgung am Wiener Donauspital. Wie berichtet, wird zwischen Weihnachten und Neujahr die HNO-Abteilung gesperrt. Ab Jänner wird sie dann vorübergehend in eine Wochenklinik (mit Betrieb von Montag bis Freitag) umgewandelt – ambulante und stationäre Patienten mit HNO-Notfällen müssen dann an Wochenenden in anderen Spitälern versorgt werden.

Im Krankenanstaltenverbund (KAV) begründete man zunächst die zweite Maßnahme mit den Vorbereitungen zur Errichtung eines HNO-Schwerpunkts.

Das stimme so nicht, sagt Wolfgang Weismüller, Personalvertreter der KAV-Ärzte. "Es handelt sich um keine geplante Aktion, wie es der KAV schönzureden versucht. Vielmehr erfolgt die Einrichtung der Wochenklinik wegen Personalmangels." Demnach verfüge die HNO-Abteilung nur noch über fünf Fachärzte; drei Dienstposten seien derzeit unbesetzt. "Deshalb ist es nicht mehr möglich, die Diensträder aufrechtzuerhalten", sagt Weismüller.

Übersiedelung

Der Wochenklinik-Betrieb soll so lange dauern, bis die HNO-Abteilung der Rudolfstiftung (Landstraße) im Rahmen des Wiener Spitalskonzepts samt Personal ins Donauspital übersiedelt. Das könnte möglicherweise schon im Laufe des kommenden Jahres der Fall sein. "Allerdings wird die geplante Absiedlung in der Rudolfstiftung wohl auch nicht auf große Gegenliebe stoßen", sagt der Personalvertreter. Welche Kontroversen die Übersiedlung von Spitalsabteilungen auslösen kann, zeigt aktuell die geplante Verlegung der Augenklinik des Donauspitals in die Rudolfstiftung, die, wie berichtet, zu massivem Widerstand von Patientenvertretern und Bezirkspolitik geführt hat.

Den Ärztemangel musste auf KURIER-Anfrage nun auch der KAV einräumen: "Die Umstellung der HNO-Abteilung auf eine Wochenklinik ist auch aufgrund eines Wien- und österreichweiten Fachärztemangels vorübergehend notwendig", sagt eine Sprecherin. "Mit der Übersiedelung der ganzen HNO-Abteilung aus der Rudolfstiftung wird es aber schlagartig keinen HNO-Fachärztemangel mehr geben – aufgrund der sich ergebenden Synergieeffekte sind dann sogar mehr als ausreichend HNO-Ärzte im Donauspital."