KAV räumt bei der Versorgung von Schwangeren Probleme ein

Babies in special baby care unit
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Rot-Grün stimmt im Gemeinderat einem Antrag zur Abstellung der Missstände zu.

Um die Engpässe in den Geburtenstationen in den Wiener Spitälern entbrennt jetzt ein Streit zwischen Personalvertretern und der Führung des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV). Wie berichtet, hatten zuletzt schwangere Frauen Schwierigkeiten, einen Platz für einen Geburtstermin im Sommer zu bekommen. Mitverantwortlich ist die Schließung der Geburtenabteilung des Hanusch-Spitals.

"Es tut uns leid, dass es zuletzt zu mehreren Einzelfällen gekommen ist", sagt Michael Binder, Leiter des Health Care Managements des KAV. Dass Frauen ewig einen Platz suchen müssen, soll aber künftig nicht mehr vorkommen: "Jede Frau soll in einem KAV-Haus ihr Kind zur Welt bringen können. Auch wenn wir nicht garantieren können, dass es immer das gewünschte Spital ist."

Schon im Vorjahr habe man sechs zusätzliche Hebammen und zwei Ärzte eingestellt, in den nächsten Monaten sollen noch zwei weitere Geburtshelferinnen und eine Gynäkologin dazukommen, betont der KAV-Manager. Ende des Jahres bzw. Anfang 2018 soll zudem die von vielen Seiten geforderte zentrale Anmeldestelle starten.

Für Heinrich Schneider, Personalvertreter im Wilhelminenspital, sind das nur Lippenbekenntnisse. "Die Situation erinnert an die Gangbetten-Problematik. Die KAV-Führung hat viel zu lange den Kopf in den Sand gesteckt."

Für Schneider ist die Aufstockung des Personals nur ein Tropfen auf den heißen Stein. In einzelnen Abteilungen gebe es nach wie vor zu wenige Mitarbeiter. "Im SMZ Süd etwa wurden fünf zusätzliche Hebammen-Dienstposten angefordert, genehmigt wurden zwei."

Laut einem KAV-internen Papier kamen im Vorjahr 11.051 Kinder in den sechs zuständigen KAV-Häusern zur Welt. Für 2017 wird eine nur unwesentlich höhere Zielzahl von 11.360 angenommen. Für Schneider ist unverständlich, wie der KAV angesichts der stetig wachsenden Geburtenrate zu einer derartigen Einschätzung kommen kann. "Tatsächlich sind die Kapazitäten für 2017 um 4,5 Prozent höher", betont Binder. Schneider bleibt skeptisch: "Wir müssen von einem Anstieg der Geburtenrate von 5,9 Prozent ausgehen."

Gemeinderat

Auf politischer Ebene sieht man jedenfalls Handlungsbedarf. VP-Abgeordnete Gudrun Kugler brachte Freitag im Gemeinderat Anträge auf Schaffung eines geburtshilflichen Gesamtkonzepts sowie auf akute Abhilfe gegen den Geburtenplatzmangel ein. Beide wurden einstimmig und damit auch mit den Stimmen der Regierungsparteien angenommen. Kugler: "Offensichtlich hat Rot-Grün den Ernst der Lage erkannt."

(kurier) Erstellt am
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