© TierQuarTier Wien

Chronik Wien
09/07/2021

Innerhalb von zwei Wochen sechs Schlangen in Wien aufgefunden

In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Fälle von ausgesetzten Wildtieren auf offenere Straße oder im Gebüsch. Tierschützer schlagen Alarm.

von Antonio Šećerović

Zuletzt wurden innerhalb von nur zwei Wochen insgesamt sechs Schlangen in Wien aufgefunden. Da die Tiere einfach entsorgt worden sind, appellieren die Tierschutzombudsstelle und TierQuarTier Wien an eine besondere Verantwortung für Halter exotischer Tiere.

„Wer sich ein Tier anschafft, muss unbedingt vorher die nötige Sachkunde erwerben, um zu wissen, auf was man sich einlässt. Für Reptilien, die sehr spezielle Ansprüche an die Haltung stellen, gilt das ganz besonders", appellieren die Tierschützer. 

In den Müll geworfen 

Vor einigen Tagen wurde in Wien-Meidling eines der schuppigen Tiere einfach in den Müll geworfen. Als ein Mitarbeiter der MA48 die Tierrettung verständigte, war das Tier bereits tot. Zuvor hatte die Schlange mehrere Brüche und einen Darmvorfall erlitten.

Ein fast vier Meter langer Tigerpython wurde Mitte August in einem Gebüsch in Floridsdorf entdeckt. Einige Tage davor wurde an derselben Stelle eine zweite, beinahe idente Schlange dieser Art gefunden. Die Würgeschlange, ursprünglich in Südostasien beheimatet, wurde von der Feuerwehr geborgen und von der Tierrettung versorgt. Das Tier wurde dann zu einem fachkundigen Kooperationspartner zur weiteren Verpflegung gebracht.

Drei Königspythons gefunden

In Wien-Simmering wurden vergangene Woche auf offener Straße drei Königspythons in Transportboxen zurückgelassen. Laut Betriebsleiter des TierQuarTier Wien Thomas Benda gibt es immer wieder Fälle von Tieren, die komplett hilflos auf die Straße gesetzt werden: "Gerade exotische Heimtiere haben in unseren Breitengeraden draußen kaum eine Überlebenschance".

Die Wiener Tierschutzombudsfrau Eva Persy kritisiert das fahrlässige Verhalten: "Wer sich seiner Schlange auf diese Art und Weise entledigt, dem fehlen vermutlich nicht nur Wissen und Empathie für diese sensiblen Wildtiere, sondern jegliche Moral".

Hohe Geldstrafen drohen

Bundesweit gibt es bereits eine Meldepflicht für exotische Heimtiere mit besonderen Ansprüchen. Wer das binnen zwei Wochen bei der zuständigen Behörde nicht macht, riskiert eine Geldstrafe von bis zu 3.750 Euro.

Sachdienliche Hinweise auf den Besitzer bzw. die Besitzerin sind an das Fundservice für Haustiere unter 01/4000 80 60 erbeten. Das Aussetzen von Tieren ist verboten, es drohen Strafen bis zu 7.500 Euro.

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