DEMONSTRATION "DAS IST MORIA - DAS IST MORD"

© APA/HERBERT PFARRHOFER / HERBERT PFARRHOFER

Chronik Wien
09/11/2020

Hunderte demonstrieren gegen Moria-Haltung der Regierung

400 bis 500 Menschen protestieren vor dem Bundeskanzleramt in der Bundeshauptstadt.

Nach den Br√§nden im griechischen Fl√ľchtlingslager Moria haben am Freitag hunderte Menschen in Wien unter dem Motto "Wir haben Platz" demonstriert. Nach einer internen Z√§hlung der Polizei versammelten sich am fr√ľhen Abend 400 bis 500 Teilnehmer vor dem Bundeskanzleramt. Sie hielten Transparente wie "Moria ist Mord" in H√§nden und schrien: "Say it loud, say it clear: Refugees are welcome here!"

Zu der Demonstration hatten linke Gruppierungen wie Migrantifa Wien und Seebr√ľcke Wien aufgerufen. Die Aktionsgruppe Seebr√ľcke forderte die Schlie√üung aller Fl√ľchtlingslager, denn "wir haben Platz". Kritik √ľbte die Gruppe auch an der "von √Ėsterreich mitgetragenen Abschottungspolitik der EU". Migrantifa, ein "Zusammenschluss von Antifaschisten mit Migrations- und Rassismuserfahrungen", erkl√§rte auf Twitter: "Wenn euch eine brennende Kirche mehr wert ist als das Leben von 16.000 Menschen, dann schei√üen wir auf eure europ√§ischen Werte!"

DEMONSTRATION "DAS IST MORIA - DAS IST MORD"

Das Camp Moria war in der Nacht auf Mittwoch durch zahlreiche Brände fast vollständig zerstört worden. Statt der vorgesehenen knapp 3.000 Migranten waren dort fast 13.000 Menschen untergebracht gewesen, das seit Jahren wegen der katastrophalen Zustände kritisiert wird. Wegen Corona-Infektionen war eine Quarantäne in dem Lager verordnet worden, was die Situation verschlimmerte. Einige der Bewohner haben nach Angaben der griechischen Behörden das Feuer gelegt. Fast 12.000 Migranten wurden obdachlos.

W√§hrend sich zehn europ√§ische L√§nder an der Aufnahme von 400 unbegleiteten Minderj√§hrigen beteiligen, ist √Ėsterreich dazu nicht bereit. Die √ĖVP lehnte die Aufnahme von Gefl√ľchteten aus Moria strikt ab. Der kleinere Koalitionspartner, die Gr√ľnen ebenso wie die Oppositionsparteien SP√Ė und NEOS, Bundespr√§sident Alexander Van der Bellen sowie zahlreiche Hilfsorganisationen haben sich daf√ľr ausgesprochen.

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