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Mein G'schäft
11/17/2019

Hula-Hoop: Bunte Reifen der Beweglichkeit

Marina Hora-Pichlbauer will mit ihrer Hula-Hoop-Manufaktur Freude am Reifentanz verbreiten

von Anna-Maria Bauer

Das Band straff halten, kleben, drehen; straff ziehen, kleben, drehen.

Mit routinierten Griffen wickelt Marina Hora-Pichlbauer in ihrer Werkstatt in Wien-Penzing die lilafarbenen Klebebänder um den dünnen, schwarzen Reifen. Sodass in wenigen Minuten ein leuchtend bunter Hula-Hoop entsteht. Sie hängt ihn zu den anderen an die Wand.

Ihr Mann Robert hat unterdessen das nächste Kunststoffrohr zu einem Kreis geformt, die Unternehmerin geht zum Regal für neue Farbbänder.

Marina Hora-Pichlbauer, Gründerin der Wiener Hula-Hoop-Manufaktur – wenn ihr das vor ein paar Jahren jemand erzählt hätte, sie hätte es nicht geglaubt. Eigentlich hatte die heute 40-Jährige Theater-, Film- und Medienwissenschaften studiert und war jahrelang in der Medienbranche tätig. Ihr Fokus lag auf der Sprache, beim Organisieren, sie war kopflastig.

Bis zu dieser Kreuzfahrt vor sieben Jahren. Sie wollte etwas ganz anderes tun – und landete über Umwege und aufgrund von Verwechslungen als Animateurin auf einem großen Costa-Schiff. Das bedeutete: Sechs Monate durcharbeiten und -tanzen. Als sie nach ihrer Rückkehr davon erzählte, meinte ihre Mutter: „Ich habe dich noch nie so strahlen sehen.“

Es folgte die Ausbildung zur Tanzpädagogin und dabei – durch eine Kollegin – die (Wieder-)Entdeckung des Hula-Hoop-Reifens.

Balanceakt

Der Reifen als Fitnessgerät, das faszinierte sie.

Ein so simples Gerät, mit dem man Bauchmuskeln, Beckenboden, Beweglichkeit und Balance trainieren konnte. Dazu das Drehen um die eigene Achse als Symbol der Weiblichkeit. Natürlich sei der Reifen keineswegs nur für Frauen, ergänzt Maria Hora-Pichlbauer schnell: Die Stärkung und gleichzeitig Lockerung der Mitte tue auch Männern sehr gut.

Je mehr sich die Tanzpädagogin mit den Reifen auseinandersetzte, desto klarer wurde ihr, dass die Modelle am Markt alle nicht so recht passten. Sie waren zu leicht, zu hart, fühlten sich nicht gut an. Also begann sie, selbst welche zu bauen. Wochenlang bastelte sie, testete Materialien, Größe, Gewicht.

Bis sie zu einer Version fand, die anfangs vielleicht noch nicht ganz rund, aber sonst ziemlich perfekt war. Sie beschloss, die Reifen bei ihren Fitnesskursen einzubauen. „Und die Kursteilnehmer wollten sie danach gar nicht mehr aus der Hand geben.“

Begeisterung

Da wurde ihr klar, wie ihr Weg weitergehen könnte.

Von ihrem ersten Marktstand beim Ostermarkt in Marchegg 2017 erwartete sie dennoch nicht viel. Doch ihr Besuch und ein Zeitungsartikel kamen so gut an, dass das Telefon daraufhin ein Jahr nicht still stand. Sie wurde für private Übungsstunden gebucht, erhielt wöchentliche Engagements und wurde sogar als Hula-Hoop-Einlage bei einer Hochzeit gebucht.

Seitdem produziert sie mit ihrem Partner Robert, der mittlerweile ihr Mann ist, rund 1.000 Reifen im Jahr, in allen Farben und Größen. Ihre jüngste Kundin war drei Jahre alt, der älteste 88. Außerdem hat sie HoopMaxx entwickelt; kleinere, dickere Reifen aus Lavagestein für das Arm-Work-out, mit einem Außenmaterial, das desinfizierbar und somit auch für den Gesundheitsbereich, etwa die Physiotherapie, geeignet ist. Sie baut auch schwerere Hoops, die gerne von Männern gekauft werden.

Besonders freut es sie auch, wenn sie ältere Kunden überzeugen kann.

Eine Szene von einem Markt fällt ihr ein. Eine ältere Frau bleibt stehen, scheint hin und her gerissen. Ob sie probieren möchte, fragte Marina Hora-Pichlbauer. Die Frau schüttelt den Kopf: „Nein nein, meine Enkerln haben so einen Reifen.

Aber das geht nicht.“ – „Blödsinn, Sie können das!“ Marina Hora-Pichlbauer erklärt ihr die Tricks: Reifen hinten im Lendenwirbelbereich anlegen, gerade halten, dann kraftvoll Schwung geben. Die ältere Frau ist nicht überzeugt, lässt sich aber überreden, es auszuprobieren. Sie legt den Reifen an, hält ihn gerade, gibt Schwung – und er dreht sich um ihre Mitte.

Als sie realisiert, was passiert, freut sie sich: „Ich kann es ja!“, sagt sie, voll Überraschung, und ihr Mann, neben ihr, staunt auch.

Marina  Hora-Pichlbauer und ihr Mann Robert produzieren Hula-Hoop-Reifen in allen Farben (Erwachsenen-Reifen ab 40 Euro) sowie ihre patentierten, kleinen HoopMaxx-Reifen mit Lavastein für die Arme (160 Euro für 2 kleine HoopMaxx und einen großen Hoop). Details im Online-Shop: www.hoopyourbody.at

Wer mit dem Hula-Hoop-Reifen nicht alleine üben möchte: Die Gesundheitstrainerin  Marina Hora-Pichlbauer bietet auch Hula-Hoop-Kurse an. Entweder im Fitnesscenter Holmes Places in Wien-Penzing oder auch privat auf Anfrage. Für 2020 ist eine Fitness-DVD geplant und  ein Boot-Camp in Arbeit. 

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