Das neue Schani City: Koscheres Hotel auf der Wiener Mazzeinsel

Koscher-freundliche Zimmern und ein Innenhof mit Geheimtipp-Potenzial. In der Leopoldstadt hat das Hotel Schani City auf einstigem Synagogen-Grund eröffnet.
Das neue Hotel Schani City

Unweit des Karmelitermarkts in der großen Schiffgasse 10 hat das inzwischen fünfte Hotel Schani eröffnet. Es liegt damit im Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde Wiens, auf der Mazzeinsel, wie der 2. Bezirk zischen Donau und Donaukanal auch genannt wird.

Nicht nur das Hotelkonzept selbst, sondern auch der Grund auf dem es steht, sind besonders. Auf dem Gelände wurde 1864 eine „Schiffschul“ genannte Synagoge errichtet. In der Pogromnacht 1938 wurden diese jedoch wie alle anderen Synagogen der Leopoldstadt von Nazis und einem aufgehetzten Mob völlig zerstört.

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Einige der 126 Zimmer sind so konzipiert, dass sie auch zum Schabbat genutzt werden können.

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Das Hotel steht allen offen, unabhängig von der Konfession.

Das neue Hotel Schani City

Heute ist die Synagoge im benachbarten Gebäude untergebracht, auf dem Gelände der ehemaligen Schiffschul hat das Hotel Schani City seine 126 Zimmer offiziell eröffnet. Und die haben einige Besonderheiten für jüdische und nicht-jüdische Gäste.

Koscher-freundliche Zimmer

Einige der Hotelzimmer sind koscher freundlich eingerichtet. Bedeutet, dass sie auch am Schabbat, daher ohne Elektrik benutzbar sind. Die Zimmer können mit einem Schlüssel geöffnet werden, statt wie sonst  üblich mit dem Smartphone oder einer Zimmerkarte.

Es gibt Abdeckungen für die Nachttischlampen, trennbare Betten, spezielle Hutablagen und abgetrennte Räume. Angeboten wird außerdem koscheres Frühstück, und im Keller befindet sich eine Mikwe, ein Raum für das rituelle Bad.

Dank einem kleinen Vokabelheft lernen Gäste, wie viele vertraute Wiener Ausdrücke eigentlich aus dem Jiddischen stammen. Shani bedeutet auf Hebräisch übrigens scharlachrot. Die Farbe zieht sich in warmen Rot- und Beigetönen auch durch das Hotel.

Frühstück und Brunch mit Luft nach oben

Dem Anspruch, eine Oase in einer hektischen Stadt zu sein, wird der lauschige Innenhof gerecht, der das Potenzial hat, auch bei Einheimischen zum Geheimtipp für Frühstück (27 Euro) oder Brunch zu werden. Noch ist kulinarisch aber Luft nach oben.

Cocktailbar und Restaurant heißen „Hidden Room“, im Fokus  steht divers belegte Pinsa. Mit der ist die Stadt inzwischen fast schon so gut versorgt wie mit neapolitanischer Pizza – Pinsa wird die hotelscheuen Wienerinnen und Wiener eher nicht über die Schwelle tragen. Für die straßenseitige Fläche des „Hidden Room“ wird noch nach einem Konzept gesucht. Gespielt wird mit der Idee eines Take-away oder einer Bäckerei.

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