Die Zahl der verunglückten Haustiere ist alarmierend. Deutet sie doch auf eine hohe Dunkelziffer hin.

© Khorzhevska/Fotolia

Tierschutz
08/27/2015

Hohe Strafen für unvorsichtige Katzenhalter

Im Sommer stürzen im Schnitt täglich 15 Katzen aus offenen Fenstern. Für die Besitzer kann das teuer werden.

von Bernhard Ichner

Katzen fallen nirgends runter – und falls doch, landen sie auf den Pfoten.“

Ein landläufiger Irrtum, wie eine aktuelle Erhebung der Wiener Tierschutz-Ombudsstelle belegt: In den warmen Sommermonaten stürzen im Schnitt 15 Katzen täglich in Wien aus geöffneten oder gekippten Fenstern – und verletzen sich schwer. Den Besitzern drohen hohe finanzielle Strafen.

Seitens der Stadt schätzt man die Zahl der in Wien gehaltenen Katzen auf rund 250.000. Dass täglich rund 15 aus Fenstern oder von Balkonen stürzen, ist für Tierschutz-Ombudsfrau Eva-Maria Persy im höchsten Maße alarmierend. „Das lässt auf eine hohe Dunkelziffer schließen. Viele Tiere werden nach so einem Unfall erst gar nicht zum Tierarzt gebracht, weil sie keine äußeren Verletzungen aufweisen. Das kann aber ein fataler Fehler sein: Innere Blutungen können zum Tod führen.“

Das bestätigt auch Veterinär Christoph Leichtfried, der in seiner Praxis in Wien-Landstraße oft mit Schädel- und diversen anderen Frakturen sowie Lungenverletzungen bei Katzen konfrontiert ist. Alles Anzeichen, die auf Stürze aus großer Höhe hindeuten.

Als Gründe, warum selbst die größten Balance-Profis hin und wieder den Halt verlieren, nennen Experten ablenkende oder überraschende Ereignisse. „Zum Beispiel, wenn Vögel oder Insekten am Fenster vorbeifliegen. Oder wenn eine Tür zuknallt“, führt Persy an. Überproportional oft verunglücken junge, unerfahrene oder ältere, nicht mehr ganz so agile Stubentiger.

15.000 Euro

Zwar wären Katzenhalter verpflichtet, Fenster und Balkone mittels Gitter oder Netzen abzusichern. Doch gängige Klischees, wie die eingangs erwähnten oder die Mär von den sieben Leben einer Katze lassen viele Besitzer unvorsichtig werden, weiß Tierarzt Leichtfried.

Das kann sie allerdings teuer zu stehen kommen. „Katzenhalter, die nicht für die Sicherheit ihres Tieres sorgen, begehen Verwaltungsübertretungen und müssen mit Strafen bis zu 7500 Euro rechnen“, betont Persy. Kommen Katzen wegen fehlender Sicherheitsvorkehrungen tatsächlich zu Schaden, kann die Behörde sogar Strafen bis zu 15.000 Euro verhängen.

Dass das nicht bloß graue Theorie ist, zeigt ein Fall aus Wien: Im vorigen Jahr musste ein uneinsichtiger Tierhalter nach einem Unfall 1000 Euro Strafe zahlen.

Um auf die Risiken (für Katze und Besitzer) aufmerksam zu machen, bereitet die städtische Tierschutz-Ombudsstelle nun eine Info-Kampagne vor. Unter der Hotline 01/318 00 76 75079 erhält man zudem sachdienliche Informationen zu dem Thema.

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