Der Soldat beim Weltrekordversuch im Bungee-Jumping am Wiener Heldenplatz.

© APA/ROLAND SCHLAGER

Nationalfeiertag
10/25/2013

Hoch hinaus auf dem Heldenplatz

Die Leistungsschau des Bundesheeres lockt die Besucher mit vielen Attraktionen.

Der Elitesoldat des Jagdkommandos kam quasi aus dem Nichts. Denn beim Bungee-Weltrekordsprung (höchster Sprung von einem Kran) aus 192 Meter Höhe war der Kran ab der HÀlfte durch Nebel verdeckt. Das staunende Publikum sah den Springer erst, nachdem er die Nebeldecke hinter sich gelassen hatte.

Der Sprung war der Auftakt fĂŒr die diesjĂ€hrige Leistungsschau des Bundesheeres zum Nationalfeiertag, zu am Samstag eine Million Besucher erwartet wird. Eine Erwartungshaltung, die angesichts der frĂŒheren Veranstaltungen gerechtfertigt erscheint.

Auch nach dem "Sprung ins Weiße" gab sich der Stabswachtmeister entspannt. Der letzte Gedanke vor dem Sprung? "Is ma wuascht." Es sei aber "schon lustig" gewesen, meinte er gegenĂŒber den anwesenden Journalisten - "wĂŒrde ich jedem empfehlen".

Der Bungy-Sprung aus 192 Metern wurde dem Jagdkommando zum 50-jĂ€hrigen JubilĂ€um geschenkt. Der Soldat trug beim Sprung eine Sturmhaube und blieb anonym - stellvertretend dafĂŒr, dass das Geschenk ja nicht fĂŒr einen, sondern fĂŒr mehrere hundert Soldaten gedacht war. Auch der Weltrekord soll der Organisation und nicht einem Einzelnen zugeschrieben werden.

Harmonisches Fest

Die Gelassenheit der Aussteller signalisierte Freitag bereits, dass sie ein „harmonisches“ Fest erwarten. Der Nationalfeiertag des vergangenen Jahres fand im Vorfeld der Wehrpflichtbefragung statt. Und da gab es noch hitzige Diskussionen und Demonstranten mit Plakaten fĂŒr die Wehrpflicht. Das fĂ€llt diesmal weg. Sogar BĂŒrgermeister Michael HĂ€upl, der vergangenes Jahr durch die Polit-Troubles verhindert war, sagte dieses Jahr wieder sein Erscheinen zu.

Neben den Panzern, Flugzeugen und SpezialgerĂ€ten kann diesmal ein neues System bewundert werden, das beim Bundesheer noch gar nicht eingefĂŒhrt ist: Die AufklĂ€rungsdrohnen der Firma Kapsch, die bis Jahresende geliefert werden sollen. Es handelt sich dabei um ferngesteuerte Kleinflugzeuge mit einer Spannweite von knapp vier Metern. Sie sind unbewaffnet, dafĂŒr aber mit Hochleistungskameras ausgestattet. Sie werden vor allem fĂŒr AuslandseinsĂ€tze benötigt.

Der Freitag begann mit dem Tag der Schulen. Lehrer wurden eingeladen, sich mit ihren SchĂŒtzlingen das Bundesheer aus der NĂ€he anzusehen. Die Kinderaugen leuchteten vor allem bei den imposanten Hubschraubern und Fahrzeugen: „Die Kinder sind fasziniert von den Panzern. Alle wollten sich gleich hineinsetzen“, erzĂ€hlt Lehrerin Ingrid Gaida. Die Soldaten erklĂ€rten den Kindern die Fahrzeuge und nahmen sich dabei viel Zeit fĂŒr die begeisterten Kleinen.

Andere SchĂŒler bewiesen ihre sportlichen Talente und stellten sich einem Leistungstest des Bundesheeres. „Wir sind eine Sportmittelschule und heute mit einer zweiten Klasse hier. Unsere SchĂŒler sind beim Sporttest natĂŒrlich besonders ehrgeizig. Sie haben aber alle Aufgaben sehr gut gemeistert“, lobte Claudia Habicher ihre SchĂŒler.

Waghalsige Besucher

Nachdem es der Elitesoldat am Vormittag vorgemacht hatte, folgten viele Zuschauer seinem Beispiel. FĂŒr 192 Euro konnte nĂ€mlich jeder den Sprung vom höchsten Bungee-Kran der Welt wagen. Noch bevor es zum ersten Mal „3, 2, 1, Bungee“ hieß, hatten sich bereits 100 Menschen fĂŒr die nĂ€chsten SprĂŒnge angemeldet.

Eine von ihnen war Eva Taferner. FĂŒr die 20-jĂ€hrige Wienerin war es der erste Sprung. Dieser Herausforderung stellte sich sich jedoch nicht ganz freiwillig: „Ich habe eine Wette verloren. Der Sprung wurde mir dann von Freunden gesponsert. Ich hatte große Angst, aber es war ein irres GefĂŒhl. Wenn man kurz vor dem Absprung steht, sieht man sein ganzes Leben an sich vorbeiziehen. Aber der freie Fall ist einfach ein Wahnsinn!“, schilderte Frau Taferner ihren Sprung.

10 Fragen zum Nationalfeiertag

Was Besucher am Heldenplatz erwartet

Zum Nationalfeiertag am 26. Oktober, der heuer auf einen Samstag fĂ€llt, prĂ€sentiert sich die Republik wieder mit einem vollen Programm. Ein Überblick:

Samstag, 26. Oktober

9 Uhr: TraditionsgemĂ€ĂŸ startet das Programm auf dem Heldenplatz mit der Kranzniederlegung durch den BundesprĂ€sidenten und im Anschluss durch die Bundesregierung in der Krypta am Burgtor.

Ab 10 Uhr: Leistungsschau des Bundesheers, die jĂ€hrlich fĂŒr großen Andrang sorgt und auch am Freitag und am Sonntag besucht werden kann, Hubschrauber, Panzer und technische GerĂ€te. Zum ersten Mal ausgestellt werden die neu gekauften Drohnen.

Vorbereitungen auf das Bundesheer-Spektakel:

10.30 Uhr: Angelobung von rund 1.300 Rekruten in Anwesenheit des BundesprĂ€sidenten und der Bundesregierung. Fischer, der ja auch Oberbefehlshaber des Heeres ist, wird eine Rede halten. Auch Verteidigungsminister Gerald Klug und Bundeskanzler Werner Faymann werden bei dieser Gelegenheit, die wie im Vorjahr gleichzeitig einen Sonderministerrat darstellt, reden. Danach lĂ€dt das Bundesheer zum FrĂŒhshoppen mit einer Blasmusikkapelle aus dem Burgenland.

Mit insgesamt elf „Themeninseln“ informiert das Heer unter anderem ĂŒber internationale EinsĂ€tze, den Arbeitgeber Bundesheer und die Austrian Airborne Community.

17.30 Uhr: Ende der Leistungsschau.

9 bis 16 Uhr: NationalratsprĂ€sidentin Barbara Prammer lĂ€dt ins Parlament. Mitarbeiter der Parlamentsdirektion erklĂ€ren die Rolle von Nationalrat und Bundesrat in der Gesetzgebung und Politiker aller Fraktionen stehen fĂŒr GesprĂ€che zur VerfĂŒgung. Auch die Beletage im Palais Epstein kann besichtigt werden.

10 bis 16 Uhr: Auch einige Ministerien stehen Besuchern offen. Das Unterrichts-und das Wissenschaftsministerium laden gemeinsam in das Palais Starhemberg am Minoritenplatz. SchĂŒler können sich mit den Ministern Claudia Schmied und Karlheinz Töchterle fotografieren lassen. Im Blauen Salon wurde eine Auswahl an zeitgenössischer Kunst zusammengestellt. Außen- und Innenministerium laden ebenfalls zum Tag der offenen TĂŒr.

10 bis 18 Uhr: Die Museen der Österreichischen Nationalbibliothek haben bei freiem Eintritt geöffnet. Interessierte können Prunksaal, Esperanto-, Globen- und Papyrusmuseum besuchen. Auch im Heeresgeschichtlichen Museum muss man am Nationalfeiertag keinen Eintritt zahlen. Vor dem Museum werden Panzer und Feuerwehrfahrzeuge ausgestellt (mehr dazu unten).

12 bis 18 Uhr: Das Bundeskanzleramt lÀdt zum Rundgang durch den Regierungssitz.

14 bis 16 Uhr: BundesprĂ€sident Heinz Fischer öffnet zum zehnten Mal die TĂŒren seiner AmtsrĂ€ume auf dem Wiener Ballhausplatz fĂŒr die Bevölkerung. In dieser Zeit haben die BĂŒrger die Möglichkeit, Margit und Heinz Fischer persönlich kennenzulernen.

19:30: Auftritt der Gruppe „Die Mayrhofner“.

Sonntag, 27. Oktober

11 bis 16 Uhr: Leistungsschau des Bundesheers.

Mehr Infos unter events.at und bundesheer.at

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