Chronik | Wien
30.03.2017

Hietzinger erteilen dem Parkpickerl klare Absage

68 Prozent stimmten dagegen.

Schon bei der ersten Befragung zum Parkpickerl im Jahr 2013 war das Ergebnis eindeutig: 78,5 Prozent sprachen sich damals gegen die flächendeckende Parkraumbewirtschaftung in Hietzing aus. Weil sich das Parkplatzproblem seitdem verschärft hat – vor allem entlang der U4 und auch in der Nähe des ORF-Zentrums – ließ Bezirksvorsteherin Silke Kobald (ÖVP) heuer wieder abstimmen. Und zwar nicht flächendeckend, sondern grätzelweise – erstmals in Wien.

Aber auch diesmal erklären die Hietzinger dem Parkpickerl eine klare Absage: 45.691 Fragebögen wurden Anfang März verschickt (zunächst erhielten 770 Haushalte den falschen Fragebogen), 24.821 Kuverts wurden am Donnerstag von 70 Mitarbeitern in der Bezirksvorstehung ausgezählt (Rücklaufquote 54 Prozent).

Das Ergebnis stand kurz nach 17 Uhr fest: 68 Prozent der Hietzinger sprachen sich gegen ein Parkpickerl für die überparkten Gebiete im gesamten Bezirk aus (Frage 2 im Fragebogen). Aber auch in keinem der Grätzel fand sich eine Mehrheit für die Parkraumbewirtschaftung. "Das ist wirklich eine klare Absage", sagt Bezirksvorsteherin Silke Kobald. Sie zeigte sich am Donnerstag überrascht, dass sich die Hietzinger auch entlang der U4, wo die Parkplatzsituation laut Kobald bisher verschärft war, gegen das Parkpickerl aussprachen, und zwar mit 53 bis 56 Prozent. Kobald will das Ergebnis bindend annehmen: "Die Bürger haben entschieden und daran halten wir uns."

"Grüne Zonen"

Am größten war die Ablehnung übrigens im Grätzel Friedensstadt. Da stimmten 92 Prozent mit "Nein." "Das zeigt eindeutig, dass sich die Stadt in Sachen Parkraumbewirtschaftung etwas überlegen muss", sagt die Bezirksvorsteherin. "Das Parkpickerl ist für die Flächenbezirke keine Option." Kobald plädiert – wie auch schon vor der Befragung – für sogenannte Grüne Parkzonen im Bezirk (in stark verparkten Gebieten gilt eine Kurz-Park-Zone; Anrainer und Gewerbetreibende erhalten Ausnahmegenehmigungen).

Kurios: Schon kurz nach 15 Uhr verkündete die FPÖ "das klare Ergebnis" der Umfrage. Allerdings ohne klares Ergebnis: die Fragebögen waren laut Bezirksvorsteherin zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht fertig ausgezählt.

Simmering stimmt im Juni über die Parkraumbewirtschaftung ab.