Chronik | Wien
16.04.2018

Heumarkt: Wiener ÖVP will Weltkulturerbe in Stadtverfassung verankern

Nimmt nach Rundem Tisch Vorschlag von Bürgerinitiativen auf - Antrag bei nächster Gemeinderatsitzung.

Die Wiener ÖVP will den Schutz des Weltkulturerbes in der Wiener Stadtverfassung verankern. Der nicht amtsführende Stadtrat Markus Wölbitsch kündigte bei einer Pressekonferenz am Montag einen entsprechenden Antrag für die nächste Gemeinderatssitzung an.

Der Vorschlag ist eines der Ergebnisse des Runden Tisches zum Weltkulturerbe, zu dem die ÖVP Bürgerinitiativen und NGOs, die sich für den Erhalt des Welterbes engagieren, vergangenen Freitag eingeladen hatte, sagte Wölbitsch. Rund 50 Vertreter von Vereinen, denen unter anderem das Bauprojekt am Heumarkt ein Dorn im Auge ist, nahmen laut ÖVP daran teil. "Wir wollten zeigen, sie kämpfen nicht alleine", sagte Wölbitsch.

Die UNESCO fordert, dass die Höhe des geplanten Hochhauses am Heumarkt-Areal von den vorgesehenen 66 Metern auf 43 Meter reduziert wird. Die ÖVP kritisierte die rot-grüne Stadtregierung im Rahmen der Pressekonferenz einmal mehr dafür, dass sie das Welterbe nicht ernst genug nehme und forderte den künftigen Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) auf, Stellung zu beziehen. "Es geht hier um nichts Geringeres als das Erbe der ganzen Menschheit", sagte Wölbitsch, auf das Leitbild der UNESCO Bezug nehmend.

 

"Der Unmut der Vereine und NGOs, mit denen wir gesprochen haben, ist groß", sagte Planungssprecherin Elisabeth Olischar. "Was Rot-Grün hier veranstaltet, ist unehrlich und unprofessionell", kritisierte auch sie. Im Herbst soll es ein weiteres Treffen mit den Bürgerinitiativen geben.

Ebenfalls für den Frühherbst ist eine sogenannte Advisory Mission geplant, bei der Vertreter der UNESCO auf Einladung der Republik Österreich den Erhaltungszustand der Welterbestätte prüfen. Bereits Ende Juni findet die nächste Sitzung des Welterbe-Komitees statt, bei der über das weitere Vorgehen in Bezug auf Wiens Kulturerbestatus entschieden wird. Das historische Zentrum Wiens wurde im vergangenen Sommer von der UNESCO auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt.