Visualisierung der Neugestaltung am Heumarkt

© /Rendering: Nightnurse

Landstrasse
02/16/2017

Heumarkt: Minister Drozda wünscht sich mehr Einfluss

Planungsstadträtin Vassilakou antwortet indes Projekt-Gegner Ruiss in einem Brief.

von Anna-Maria Bauer

Anlässlich der Diskussion um das Hochhaus-Projekt am Heumarkt wünscht sich Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) mehr Einflussmöglichkeiten für den Bund bei Bauvorhaben, die den Welterbestatus betreffen. Diese Forderung hat er am Mittwoch im Kulturausschuss des Parlaments erhoben.

Der Vorschlag soll nun in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zu Föderalismusfragen diskutiert werden. Bei internationalen Staatsverträgen, wie jenem zwischen der UNESCO und der Republik Österreich zum Weltkulturerbe, soll der Bund mehr Kompetenzen bekommen, bzw. im Bedarfsfall diese komplett an sich ziehen können.

Im Fall des Heumarkt-Areal würde das bedeuten, dass der Bund "eine aktive Rolle im Raum- und Flächenwidmungsverfahren einnehmen" kann, heißt es aus dem Ministerium. Auf dem Areal zwischen Hotel und Konzerthaus mit dem dazwischenliegenden Eislaufverein ist unter anderem der Bau 66 Meter hohen Turms vorgesehen.

Brief an Projektgegner

Planungstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) hat am Mittwoch indes in einem Brief jenen Künstlern geantwortet, die unter der Leitung von Autor Gerhard Ruiss vergangene Woche einen Aufruf zum Projektstopp starteten. Darin vertritt sie die Meinung, "dass die Stadt von diesem Bauprojekt sehr wohl profitieren wird." Noch dazu, da auch der Fortbestand des Eislaufvereins für die kommenden 99 Jahre gesichert werden kann.

Vassilakou findet weiter, "dass ein gut konzipiertes Ensemble mit einem zweiten, schlankeren Hochhaus an dieser Stelle nicht nur stadtbildverträglich ist, sondern eine Verbesserung gegenüber dem heutigen Stand der Dinge mit sich bringt." Derzeit friste das Areal doch ein eher "stiefmütterliches Dasein". Das Entstehen von etwas Neuem und Mutigem müsse ihrer Meinung nach hier also möglich sein.

Die Befürchtungen, wonach das neue Projekt ein Einfallstor für Hochhausentwicklungen und „Investorengier“ entlang des Rings, am Glacis oder gar innerhalb der City darstellen würde, stellt sie entschieden in Abrede. Die Stadt habe bereits jetzt wirksame Regeln, die Hochhausentwicklungen an diesen Orten ausschließen. Vassilakou werde zudem dem Wiener Gemeinderat eine entsprechende Präzisierung dieser Regeln vorlegen, damit keinerlei Zweifel entstehen.

Dieser Tage ist der Flächenwidmungsplan für die Neugestaltung in Begutachtung. Im Chopin-Raum des Hotel Intercontinental informiert der Projektwerber Wertinvest noch bis 28. Februar über die neuen Pläne.

Indes bereitet die Initiative Denkmalschutz eine weitere Petition gegen das Hochhaus vor, die bei der Bürgerversammlung kommenden Montag im Intercontinental präsentiert werden soll.

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