Chronik | Wien 05.12.2011

Heizschwammerln statt Aperolspritzer

Das Wetter beschert den Wiener Schanigärten weniger Gäste. Wie sie sich für die Regentage wappnen.

Regen, Wind und Temperaturen wie im Herbst - so sah bis jetzt der Sommer aus. So schnell wird sich daran, laut aktuellen Wetterprognosen, auch nichts ändern. Viele Schanigärten bleiben dadurch leer oder sind trotz wärmetechnischer Maßnahmen wie Heizschwammerln nur spärlich besetzt. Viele Betriebe schreiben in diesen Tagen rote Zahlen.

In der Not

Im Café Landtmann im ersten Bezirk wappnet man sich mit Heizschwammerln und Wärmedecken gegen die tiefen Temperaturen. "An solchen Tagen kommen 10 bis 20 Prozent weniger Leute", sagt Oberkellner Anton Allmer. Seit 27 Jahren arbeitet er hier - "einen so schlechten Sommer wie heuer hat es seit fünf Jahren sicher nicht mehr gegeben", glaubt Allmer. "Die Kunden trinken bei diesen Temperaturen statt Aperolspritzer lieber einen Tee."

Auch das Strandcafé an der Alten Donau ist mit 300 Sitzplätzen im Außenbereich sehr vom schönen Wetter abhängig. "Der Regen ist nicht nur für uns, sondern auch für unsere Lieferanten schlecht", sagt Geschäftsführer Harald Gerstl. Immerhin kämen an verregneten Tagen 30 Prozent weniger Gäste.

Regen erwünscht

Dass schlechtes Wetter nicht automatisch auch weniger Gäste bedeutet, bestätigt Friedrich Sedlar vom Café Prückel am Stubenring: "Wenn es schön ist, sind alle Leute im Bad und nicht in der Stadt unterwegs. Wir haben keine Einbußen, wenn es regnet", sagt Sedlar.

Ob gutes oder schlechtes Wetter - aussuchen können sich das die Schanigartenbesitzer sowieso nicht. Bleibt abzuwarten, was der August noch alles mit sich bringt. Laut aktuellen Prognosen sind auch am Wochenende, vor allem am Sonntag, teils wieder kräftige Gewitter, Sturmböen und auch Hagel möglich. Die kommende Woche soll mit 16 bis maximal 23 Grad kühler und unbeständig werden.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011