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Wien/Niederösterreich
02/19/2013

Heiratsschwindler auf der Flucht

Ein 25-Jähriger versprach Frauen die große Liebe und erzählte ihnen von seinen schweren Schicksalsschlägen. Dann erleichterte er sie um viel Geld.

von Johannes Weichhart

Er findet seine Opfer über das Internet. In Single-Foren nimmt er Kontakt zu Frauen auf und erzählt ihnen bei den ersten Treffen das Blaue vom Himmel. Doch hinter der Maske des Liebhabers, der schon mehrere schwere Schicksalschläge hinnehmen musste, verbirgt sich ein gemeiner Heiratsschwindler. Die Polizei fahndet nun österreichweit nach dem 25-Jährigen Heiratsschwindler, vergangene Woche dürfte er noch in Wien unterwegs gewesen sein.

Hoher Schaden

„Es melden sich immer mehr Frauen, die ihm auf den Leim gegangen sind“, berichtet eine Polizistin aus Pöchlarn. Fünf Opfer sind mittlerweile schon bekannt. Sie stammen aus Wien und Niederösterreich. Alleine in einem Fall liegt die Schadenssumme im fünfstelligen Bereich. „Es könnte deshalb einiges zusammenkommen“, meint die Ermittlerin.

Der mutmaßliche Betrüger mit den auffälligen Tattoos wusste genau, wie er das Vertrauen der Frauen gewinnen konnte. Er versprach ihnen die große Liebe und erzählte mit weinerlichen Stimme, wie hart ihn das Schicksal getroffen habe. Seine Eltern seien bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, er habe aber kein Geld für die Begräbniskosten. Auch sein Bruder sei verstorben. Dazu legte er gefälschte Rechnungen vor, die Frauen bezahlten bereitwillig.

„Für manche Opfer ist es eine große Überwindung sich zu melden, weil sie sich so schämen“, sagt die Polizistin. Hinweise werden bei der Polizei unter 059133/3142 erbeten.

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