Gudenus und Lasar am Zentralfriedhof

© /Franz M. Haas / FPÖ Wien

Zentralfriedhof
03/08/2017

Gudenus fordert Videokameras für jüdischen Friedhof

Bessere Überwachung soll antisemitische Vandalen abschrecken.

von Josef Gebhard

Im Rahmen seiner Vizebürgermeister-Tour besuchte Johann Gudenus (FPÖ) am Dienstag den jüdischen Teil des Wiener Zentralfriedhofes. Dort war es Ende vergangenen Jahres zu antisemitischen Vandalenakten gekommen. Die Täter hatten die Mauer des Friedhofs mit Hakenkreuzen beschmiert.

Deshalb fordert Gudenus, der bei seinem Besuch von FPÖ-Nationalrat David Lasar begleitet wurde, eine Videoüberwachung für den jüdischen Teil des Zentralfriedhofs, um etwaige Täter künftig rascher ausforschen zu können. "Antisemitismus, Schmierereien oder hässliche Parolen – von wem auch immer – haben bei uns nichts zu suchen", betont Gudenus.

Darüber hinaus will sich der Vizebürgermeister im Gemeinderat für eine rasche Sanierung des jüdischen Friedhofs in Währing einsetzen, der "zum finanzpolitischen Spielball zwischen Bund und Stadt Wien" wurde und aufgrund seiner Baufälligkeit derzeit nur eingeschränkt betreten werden kann.

"Ich bin als Vizebürgermeister auch für die Interessen der jüdischen Mitbürger gerne Ansprechpartner", betont der FPÖ-Politiker.

Neuer Kurs

Dass Gudenus derartige Signale an die jüdische Gemeinde aussendet, passt zur Strategie, die die FPÖ aktuell verfolgt. Bereits vor einigen Jahren hat Parteichef Heinz-Christian Strache einen betont pro-israelischen Kurs eingeschlagen und bemüht sich intensiv um Kontakte mit dortigen Politikern. Zuletzt reiste er im April 2016 nach Israel, wo er unter anderem die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besuchte. Im Gegenzug kamen im November zwei israelische Ex-Politiker auf Einladung der FPÖ zu einer Diskussion zum "neuen Antisemitismus in Europa" nach Wien.

Aktivitäten, die immer wieder für Kontroversen sorgen. Kritiker werfen der FPÖ angesichts ihrer Geschichte Scheinheiligkeit vor. Tatsächlich sind zuletzt einige rechtspopulistische Parteien auf einen pro-israelischen Kurs eingeschwenkt. Eine Rolle spielt dabei das gemeinsame Feindbild Islamismus. Das deutet auch Gudenus bei seinem Friedhofsbesuch an: "Gerade durch den starken Migrationszuzug aus latent antisemitischen Ländern wird leider auch zu uns ein neuer Antisemitismus getragen."

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