Die große Impfstraße (Bild aus dem Juli 2021) ist abgebaut, dennoch wird im Austria Center fleißig geimpft

© APA/HELMUT FOHRINGER

Corona-Impfung
07/04/2022

Großer Andrang auf den vierten Stich

Lange Wartezeiten: Wien empfahl allen ab 12 Jahren den Booster – und wurde von der Impfbereitschaft überrascht. Jetzt soll das Angebot ausgeweitet werden

von Christoph Schwarz, Josef Gebhard

Vor dem Austria Center, der einst größten Impfstraße des Landes, erinnert nur noch wenig an die Pandemie. Längst findet hier wieder normaler Kongress- und Messebetrieb statt. Dennoch wird hier weiterhin geimpft – und das zuletzt so viel wie schon lange nicht mehr. Sobald man das Austria Center betritt, ist die Menschenschlange plötzlich unübersehbar.

Vor zehn Tagen hat die Stadtregierung alle Wienerinnen und Wiener ab einem Alter von 12 Jahren zum vierten Stich gebeten. Und die Menschen nehmen das Angebot bereitwillig an. Deutlich mehr als 200 Personen warten am Montagmittag beim KURIER-Lokalaugenschein hier auf ihre Impfung.

Geduld gefragt

Und das nicht zu kurz: Wer sein Formular ausgefüllt hat, benötigt erstmal Geduld. Nur langsam geht es entlang der Absperrbänder vorwärts. Die meisten haben wohl damit gerechnet: Unter den Wartenden sind Junge und Mütter mit Kindern ebenso wie viele ältere Paare. So mancher hat vorsorglich ein Buch mitgebracht, andere tratschen.

Man merkt: Das Prozedere ist eingeübt.

Die meisten sind ohne Anmeldung gekommen. Die Wartezeit schreckt sie nicht ab. „Es ist zu verkraften“, sagt eine Frau mit Blick auf die Schlange. Die Impfung will sie sich unbedingt holen. Der Grund, wie bei vielen: Die steigenden Infektionszahlen – und der nahende Sommerurlaub.

12.000 Booster

Eine Stunde soll es am Montag dann schlussendlich dauern, bis man tatsächlich an die Reihe kommt. Wer der Empfehlung der Stadt gefolgt ist und sich einen Termin besorgt hat, ist deutlich schneller: Ein Absperrband wird geöffnet, man wird charmant an den Wartenden vorbeigelotst. Registrierung, Arztgespräch und die Impfung selbst – in einer der drei Kabinen, die derzeit in Betrieb sind – gehen dann bei allen flott über die Bühne.

In den vergangenen Wochen haben sich bereits mehr als 12.000 Menschen in Wien die Auffrischungsimpfung geholt. Bald sollen die langen Wartezeiten wieder der Vergangenheit angehören. Das hat die Stadtregierung am Montag verkündet. Die städtischen Impfzentren werden künftig wieder Montag bis Samstag (8 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr) mit je zwei Impfstraßen pro Standort offen haben.

Das Impfzentrum TownTown (im 3. Bezirk) macht nächsten Montag den Anfang. Ab 18. Juli haben die Impfzentren Karmelitergasse (2.) und Gasgasse (15.) Montag bis Samstag geöffnet. Am

25. Juli weiten die Impfzentren Schrödingerplatz (22.), Schöpfwerk (12.) und Wassermanngasse (21.) ihre Impfzeiten aus. Das Austria Center ist täglich (auch am Sonntag) von 7 bis 19 Uhr geöffnet.

Zusätzlich zur Ausweitung der physischen Impfangebote werden für alle Impfzentren schrittweise weitere Termine freigeschaltet. Diese können wie gewohnt telefonisch über das Gesundheitstelefon 1450 oder online unter impfservice.wien gebucht werden.

Dort empfiehlt man insbesondere, die Grundimmunisierung (also drei Impfungen) abzuschließen. Auf eigenen Wunsch kann auch die Auffrischung per viertem Stich verabreicht werden.

Das Nationale Impfgremium empfiehlt – anders als die Stadtregierung – offiziell die vierte Impfung für Personen über 65 und Risikopatienten. Mit einer generellen Empfehlung wird für den Herbst gerechnet (siehe oben).

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