Graffity-Sprayer "Puber" sitzt in U-Haft

Puber…
Foto: Peter Temel "Puber" hatte sich in den vergangenen zwei Jahren auf vielen Wiener Wänden verewigt.

Gegen den 29-jährigen Schweizer wird wegen schwerer Sachbeschädigung ermittelt.

Jener 29-jährige Schweizer, der als Sprayer „Puber“ Hunderte Hauswände beschmiert haben soll, wird zumindest die nächsten zwei Wochen im Gefängnis verbringen. Das verkündete die Sprecherin des Landesgerichts Wien, Christina Salzborn, am Montag. Neben ihm, wurde auch über zwei Briten  U-Haft verhängt. Der Wiener Richter begründete die Inhaftierung mit „Flucht und Tatbegehungsgefahr“.

„Puber“ soll in der Schweiz und Österreich einen Schaden von mehreren Hunderttausend Euro verursacht haben, deshalb drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Der Schweizer schweigt bisher eisern zu den Vorwürfen, allerdings wurde laut Polizei bei ihm am Laptop eine Art elektronisches Graffiti-Tagebuch gefunden.

Nachdem „Puber“ schon am vergangenen Donnerstag in einer WG in Rudolfsheim-Fünfhaus festgenommen wurde, gingen die anderen Sprayer der Polizei am Freitag ins Netz. Die zwei Briten, ein 17 Jahre alter Wiener und ein weiterer Mann wurden dabei erwischt, wie sie eine U-Bahngarnitur in der Wartungshalle der Wiener Linien „verschönern“ wollten. Der 17-Jährige wurde am Montag freigelassen, für den anderen Mann gab es eine Anzeige auf freiem Fuß.

Pubers Streifzug durch Wien

Sie prangen unübersehbar auf Dutzenden Hausmauern in der Wiener Innenstadt: Graffitis mit dem Schriftzug "Puber". Diese "Tags" sind im Stadtbild natürlich keine Seltenheit. Aber der Herr namens Puber scheint besonders viel Ehrgeiz zu besitzen, ein "All City King" zu werden, d.h. in der ganzen Stadt präsent zu sein. Wenig dezent ist dieser "Tag". Selbst vor der Arbeit des belgischen Street-Artists Roa scheint der anonyme Sprayer keinen Respekt zu haben. Über dem Auftragswerk in der Schadekgasse prangen "Puber"-Tags. Überhaupt drängt der Sprayer seinen Schriftzug gern den Werken von Street Artists auf - wie hier bei diesem Schablonengraffiti von Mandarina Brausewetter. Auch diese Hausmauer wurde zum Ziel von "Puber". In der Wiener Innenstadt gibt es kaum eine Ecke bzw. Wand, an der sich "Puber" nicht verewigt hat. Hier ein "Puber", da ein "Puber. Hinter "Puber" soll ein Schweizer stecken. Aber wie der anonyme Sprayer wirklich heißt, würde nicht nur die Polizei gerne wissen. Der Schaden, den "Puber" bereits angerichtet hat, ist enorm. Schön sind die "Puber"-Tags nicht. Künstlerisch wertvoll sind sie auch nicht. Aber darum geht es dem Sprayer nicht. Was er will ist: überall seinen Namen lesen. Hier wurde ein bespraytes Fenster bereits teilweise ersetzt. Mittlerweile gibt es auch ein Stencil, das auf vielen "Puber"-Tags aufgesprayt ist. Auf dem Schablonen-Schriftzug ist zu lesen: "Reiß dich zamm". Noch konnte nicht in Erfahrung gebracht werden, ob das "Puber - reiß dich zamm" eine Reaktion eines anderen Sprayers auf den umtriebig und aggressiv auftretenden "Puber" ist, ... ... oder ob damit Marketing für eine Ausstellung gemacht wird, deren Eröffnung für den 1. Oktober angekündigt ist (Details dazu folgen). Das heimische Magazin "The Gap" berichtete ebenfalls über die Sprayer-Feldzüge von "Puber".  Dieser meldete sich dann nicht zu Wort, sondern hinterließ auf der Büro-Fassade des Magazins im 4. Wiener Gemeindebezirk seine Duftmarke. Mit Kritik kann "Puber" scheinbar nicht umgehen. Die Fassade wurde auf voller Länge besprüht. Einfach mal über alles drübersprühen. Am Ende gab es noch ein "Fuck Off" für die Redaktion. Sehr sympathisch, dieser "Puber".
(kurier / red) Erstellt am
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