Gemeindebau Neu: Schlüsselübergabe beim ehemaligen Sophienspital
Der neue Innenhof wirkt derzeit noch etwas kahl, und auch die Pawlatschen erscheinen noch unbelebt. Bald aber wird das Leben Einzug halten in die 46 Gemeindewohnungen Neu im neuen Stadtquartier „Sophie 7“. Dieses entstand in den vergangenen Jahren auf dem Areal des ehemaligen Sophienspitals im siebten Bezirk.
Am Montag wurden bei einem Medientermin die ersten beiden Wohnungsschlüssel an neue Bewohner des Hauses übergeben. In den nächsten Tagen folgen die übrigen Mieterinnen und Mieter. „In Wien gibt es seit über 100 Jahren ein Bekenntnis zum sozialen Wohnbau“, sagt die neu bestellte Wiener Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ). Dieses werde mit dem neuen Stadtquartier nun fortgesetzt. Auf rund 1,3 Hektar sind hier 222 ausschließlich geförderte Wohnungen entstanden, darunter 88 Smart-Wohnungen und 46 Gemeindewohnungen Neu. Für die soziale Infrastruktur im neuen Grätzel sorgen unter anderem ein Kindergarten, eine Volkshochschule, ein Seniorentreff und ein Co-Working-Space.
Kein Lagezuschlag, keine Kaution
Dass dieser neue Gemeindebau nicht auf der grünen Wiese, sondern im innerstädtischen Bereich, in einem der am dichtesten besiedelten Bezirke, entstanden ist, wird beim Medientermin besonders betont. „Dennoch wird es hier keinen Lagezuschlag geben“, betont Hanel-Torsch. Alle Wohnungen werden unbefristet vermietet, ohne Kaution und Eigenmittelbedarf. „Solche Verträge sind mittlerweile sehr rar, aber Wohnen ist ein Grundbedürfnis“, sagt die Wohnbaustadträtin. Zudem ist „Sophie 7“ klimafit geplant: Photovoltaik, Fernwärme und Geothermie ergänzen begrünte Fassaden, entsiegelte Flächen und eine Fahrradgarage mit 120 Stellplätzen.
Blick von der Dachterrasse: Der Altbaumbestand des Spitals konnte erhalten werden.
„Historischer Moment“
In dem Neubau, der direkt an den sanierten Altbestand des ehemaligen Spitals angrenzt, warten nun die 1- bis 5-Zimmer-Wohnungen auf ihre neuen Bewohner. Von der Gemeinschaftsdachterrasse blickt man auf das Blätterdach der alten Bäume im öffentlichen Sophienpark zwischen den alten Pavillons. In den Hochbeeten blühen Tulpen, der Verkehrslärm vom Gürtel klingt hier nur sehr gedämpft ans Ohr.
„Es ist ein historischer Moment für Neubau“, sagt Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne). „Der letzte Gemeindebau wurde hier vor knapp vier Jahrzehnten eröffnet. Damit gibt es nun 17 Gemeindebauten im Bezirk.“
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