© KURIER/Stephan Boroviczeny

Otto-Wagner-Spital
09/08/2014

Geköpftes Reh auf Steinhofgründen

Nach Fund eines geköpften Rehs auf Spitals-Areal ermittelt Polizei auf Wildereiverdacht.

von Antonia Löffler

Rehmörder in Steinhof unterwegs", so titelt der Verein "Steinhof erhalten" zurzeit auf seiner Homepage. Hintergrund dieser Meldung: Am Sonntag entdeckten Spaziergänger auf dem Areal des Otto-Wagner-Spitals einen kopflosen Rehkadaver.

Die Polizei ermittelt, auch ein amtsärztliches Gutachten ist bereits in Arbeit. Dieses soll beleuchten, ob es sich – wie von dem Verein in den Raum gestellt – um einen Fall von Wilderei oder Tierhetze oder doch um einen Fuchsbiss handelt. Bis Redaktionsschluss lag noch kein endgültiges veterinärmedizinisches Ergebnis vor. "Falls sich erweisen sollte, dass der Kopf von Menschenhand abgetrennt worden ist, wird natürlich Anzeige wegen Tierquälerei erstattet", sagt Polizeisprecher Hahslinger.

Auf der Seite der Initiative wagte man sich noch weiter vor. Die "Rehmorde" würden durch die 24 Stunden offen stehenden Tore des von der privaten VAMED-Gruppe betriebenen Rehabilitationszentrums Baumgarten begünstigt. Gegen dessen Bau wurde von der Bürgerinitiative bereits in der Vergangenheit heftig mobil gemacht.

Im Gespräch mit dem KURIER lenkt Gerhard Hadinger, Obmann der Initiative, ein: das auf der Homepage Veröffentlichte basiere auf Vermutungen, man "tappe noch im Dunkeln." Brisant sei allerdings schon, dass um die Überreste des Rehs herum keinerlei Schleif- und Blutspuren gefunden wurden. Auch der von Hadinger hinzugezogene Jäger urteilte anhand der Umstände eher auf einen sauberen Schnitt als auf einen Fuchsbiss. Auf den Steinhofgründen wären laut Homepage zuletzt vermehrt "Jugendliche beobachtet" worden, "wie sie die Rehe hetzen". Die handzahmen Tiere nähern sich Passanten bis auf fünf Meter, stellen also relativ leichte Beute dar. Hier verweist Hadinger auch auf die kürzlich im Lainzer Tiergarten von Jugendlichen gequälten Frischlinge. "Die Geschichte bekommt vor diesem Hintergrund eine ganz eigene Dynamik", zeigt sich der Aktivist besorgt.

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