Zwei ÖAMTC-Mitarbeiter bei der Präsentation "Fahrtaktik und Gefahrenabwehrtraining" des ÖAMTC und des Bundesministeriums für Inneres in Wien.

© APA/HERBERT NEUBAUER

Chronik Wien
09/12/2014

Gefahrenabwehr-Training für mehr Selbstschutz

Innenministerium und ÖAMTC stellen Sicherheitsprogramm vor - mit Video.

Spezialisten des Innenministeriums haben gemeinsam mit Fahrtechnik-Experten des ÖAMTC ein Programm entwickelt, um Autofahrer vor unerwünschten Situationen im Straßenverkehr zu bewahren. Das Fahrtaktik und Gefahrenabwehr-Trainig soll den Selbstschutz stärken. "Prävention leistet einen Beitrag, um Kriminalität und Verkehrstote zu verhindern", sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

Gefahrensituationen

Das Sicherheitsprogramm wurde am Freitag in Wien vorgestellt. Gezeigt wurden Szenarien mit möglichen Gefahrensituationen. Ein Beispiel war ein Überfall auf eine junge Frau, die nach einem Einkauf wieder ins Auto steigt. Als sie wegfahren möchte, öffnet ein Vermummter die Beifahrertür, springt ins Fahrzeug und würgt das Opfer. "Der Täter nutzt die Anonymität des Autos", sagte Gerhard Sieger vom Innenministerium. Wichtig sei es in solchen Fällen, die "Sinne zu schärfen, auf die Umgebung zu achten, was höre ich, was sehe ich". Bei einer Umfeldkontrolle hätte die Frau den neben der Beifahrertür lauernden Täter entdeckt, die Flucht ergreifen und die Polizei verständigen können.

"Es ist wichtig, die Verkehrsteilnehmer zu schulen, damit sie sich vor Attacken schützen können", sagte Mikl-Leitner. Bei unerwünschten Situationen im Straßenverkehr gilt generell: "Ruhe bewahren und sich zurückzeihen", rät Christoph Mondl, Geschäftsführer der ÖAMTC-Fahrtechnik.

Aggressionen

Eine mögliche Aggression im Straßenverkehr ist ein Konflikt bei einer Kreuzung, beispielsweise wegen Vorrangverletzungen. Ein Autofahrer steigt aus dem Pkw und läuft wütend zum anderen Beteiligten, die Situation eskaliert in körperlichen Angriffen. Am besten wäre es hier, nicht auszusteigen, sondern "das Auto so schnell wie möglich abzuriegeln", sagte die Innenministerin. Mit dem "Hilfsmittel Handy" soll der Aggressor schließlich aus dem Pkw heraus fotografiert werden, rät Mondl.

Zahlen zu aggressivem Verhalten im Straßenverkehr gibt es keine. Die Endergebnisse der Aggressionen münden entweder in Verkehrsunfällen und finden sich dann in der Verkehrsunfallstatistik wieder, oder eine Körperverletzung, die dann auch als solche dokumentiert wird, ist die Folge, erläuterte Sieger. Allerdings sei es unbestritten, dass "die Aggressivität im Straßenverkehr von Jahr zu Jahr rasant zunimmt".

Beim Gefahrenabwehr-Training werden Strategien sowie taktische Verhaltensmuster vermittelt. "Es geht darum zu zeigen, wie man deeskalieren kann und nicht, wie man mitspielt in einer Aggression", sagte Sieger.

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