Chronik | Wien
03.04.2017

Gedenkstein für ermordete Kinder von Izieu enthüllt

Gedenkstein am Schwedenplatz erinnert an Ermordung jüdischer Kinder im Nationalsozialismus.

Am Wiener Schwedenplatz erinnert nun ein Gedenkstein an Georgy Halpern und jene weiteren sechs Wiener Kinder, die 1944 von den Nazi-Schergen in einem Kinderheim im französischen Izieu aufgespürt und in Auschwitz vergast wurden. An der Enthüllung des Gedenksteins am Montag nahmen auch die bekannten Nazi-Jäger Beate und Serge Klarsfeld teil.

Insgesamt wurden 44 jüdische Kinder im Alter zwischen acht und zehn Jahren, die in dem Haus in der an der Rhone gelegenen Gemeinde lebten, deportiert - auf Veranlassung des Lyoner Gestapo-Chefs und verurteilten Kriegsverbrechers Klaus Barbie (der "Schlächter von Lyon"). Sieben der Opfer stammten aus Wien, neben Georgy Halpern waren dies Hans Amendt, Liane und Renate Krochmal, Martha und Senta Spiegel sowie Sigmund Springer.

"Ich wünsche mir, dass die Menschen, die an diesem nicht übersehbaren Stein vorübergehen, innehalten und lesen, wozu mörderische Regime fähig sind. Da hat sich bis heute nicht verändert", sagte Milli Segal, die den Gedenkstein initiiert hatte. Der Gedächtnisort am Schwedenplatz befindet sich in der Nähe jenes Hauses, in dem Georgy mit seinen Eltern vor der Flucht ins vermeintlich sichere Frankreich wohnte.

An der Gedenkveranstaltung nahmen neben Beate und Serge Klarsfeld unter anderem Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ), Wiens ÖVP-Chef Gernot Blümel, der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, und Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg teil.