Gasexplosion in Floridsdorf: Der Tag danach
Während am Sonntag noch Schutt geräumt und Trümmer abtransportiert wurden, standen am Montag die Ursachen der Explosion in Floridsdorf im Fokus. Denn in der Nacht auf Sonntag erschütterte eine schwere Gasexplosion die Wohnsiedlung am Karl-Benz-Weg.
Ein 93-jähriger Bewohner eines Einfamilienhauses stand im Verdacht, durch eine mutwillig herbeigeführte Gasexplosion sein Wohnhaus vollständig zerstört zu haben. Am Montag bestätigte die Landespolizeidirektion Wien diesen Verdacht. Der Tat soll ein jahrelanger Zivilrechtsstreit um Wohnrechte vorausgegangen sein. Dieser gerichtsanhängige Streit werde in die Ermittlungen miteinbezogen und entsprechend auch das familiäre Umfeld des Tatverdächtigen befragt.
Noch keine Einvernahme
Der Tatverdächtige selbst konnte laut Polizei noch nicht einvernommen werden. Er befand sich am Montag in einem künstlichen Tiefschlaf. Bei der Explosion erlitt er laut der Wiener Berufsrettung schwere Verletzungen. „Es handelt sich um Verbrennungen zweiten Grades im Gesicht und am Oberkörper“, erklärt ein Sprecher dem KURIER.
Neben dem Tatverdächtigen wurden auch weitere Menschen in den umliegenden Wohnhäusern durch die Explosion verletzt. Acht Anrainer wurden laut Berufsrettung leicht verletzt, sechs davon konnten vor Ort versorgt werden. Zwei Personen mussten am Sonntag noch im Spital behandelt werden, darunter eine 25-jährige schwangere Frau. Laut Polizei sollen die beiden Personen bereits entlassen worden sein.
Die Explosion soll laut Polizei von dem 93-Jährigen durch eine Manipulation am Gaszähler beziehungsweise an der Gasleitung im Keller des Hauses herbeigeführt worden sein. Das Haus wurde durch die Explosion völlig zerstört, teilweise brannte es auch. Im Zuge des Einsatzes wurden die Trümmer von Rettungshunden abgesucht. Die Schallortungsgruppe des Katastrophenhilfsdienstes konnte den 93-Jährigen mittels Stabkamera rasch finden und aus dem Keller des Hauses bergen.
Schadenshöhe unklar
Laut der Wiener Berufsfeuerwehr wurden im Zuge der Explosion auch benachbarte Häuser beschädigt, das gegenüberliegende Haus brannte sogar. „Unverzüglich wurde mit den Löscharbeiten begonnen, sowie die beschädigten Häuser und Pkw kontrolliert“, hieß es von der Berufsfeuerwehr.
Die Sicherungsarbeiten dauerten am Sonntag bis in den Nachmittag hinein. „Wir mussten lose Trümmer entfernen und vor allem die umlegenden Häuser sichern“, erklärt ein Sprecher der Berufsfeuerwehr gegenüber dem KURIER. Das gegenüberliegende Haus der Explosion sei vorübergehenden nicht bewohnbar, über die restlichen Wohnhäuser könne man nichts sagen.
Auch die Straße wurde nach der Explosion gesperrt. Denn die Feuerwehr musste die Straße aufgraben, um aus Sicherheitsgründen das Gas abzudrehen. Mittlerweile ist die Sperre wieder aufgehoben.
Es gab bereits eine Begehung des Tatorts mit einem Brandsachverständigen des Bundeskriminalamts. Wie hoch der Schaden am Karl-Benz-Weg wirklich ist, lässt sich laut Polizei noch nicht einschätzen. Die gesamte Schadenshöhe sei noch von Sachverständigen festzustellen. Wann diese zu einem Ergebnis kommen werden, sei auch noch nicht absehbar.
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