Freddie Gibbs im Landesgericht Wien

© KURIER/Gilbert Novy

Wien
09/30/2016

Freispruch im Zweifel für stummen US-Rapper

Missbrauchsanklage.17-Jährige erhob Vorwürfe nach Konzert

Am Ende war es doch kein "Cold Day In The Hell" (Songtitel) für den US-Rapper Freddie Gibbs, der am Freitag seinen stummen Auftritt im Grauen Haus in Wien hatte. Der Musiker wurde im Zweifel von der Anklage freigesprochen, nach einem Konzert am 6. Juli 2015 eine 17-Jährige sexuell missbraucht zu haben.

Berühmt

Auf die Frage, weshalb sie ihn fälschlich der Vergewaltigung bezichtigen sollte, hatte der Rapper damals vor der Polizei geantwortet: "Vielleicht weil ich berühmt bin."

Dabei wollten die junge Frau und ihre Freundin in der "Grellen Forelle" in Wien gar nicht Gibbs, sondern eigentlich dessen Vorprogramm hören. Als sie nach dem Gig vom Rapper aber hinter die Bühne und dann in sein Hotel im Millennium Tower eingeladen wurden, gingen sie aber doch mit. Nach der Verabreichung von K.-o.-Tropfen, wie sie später angaben.

Im Zimmer seien sie von Gibbs und dessen Bodyguard im wehrlosen Zustand missbraucht worden. Dabei habe einer der beiden ständig ein Lied gesummt, das den Mädchen nicht mehr aus dem Kopf gegangen sei.

Anfangs wurde nur der Bodyguard verdächtigt, der in den USA für die heimische Justiz nicht greifbar ist. Als ein Jahr später ein neuer (dann abgesagter) Rapper-Auftritt in Wien angesagt war, erinnerte sich die 17-Jährige, auch von Gibbs missbraucht worden zu sein. Der Musiker wurde verhaftet, kam gegen 50.000 Euro Kaution frei und trat heute – stumm und Hand in Hand mit seiner Ehefrau – unter Blitzlichtgewitter im Grauen Haus in Wien auf.

Er ließ seine Verteidiger (Thomas Kralik, Rudolf Mayer, Philipp Winkler; im Hintergrund agieren noch US-Anwälte) für sich sprechen. Diese vermissen DNA-Spuren von Gibbs auf der untersuchten Kleidung der 17-Jährigen und bringen Zeugen in Stellung. Etwa einen Rezeptionisten, der die Mädchen lachend mit Gibbs und Bodyguard ins Hotelzimmer gehen sah. Sie hätten dabei fallen lassen, dass sie öfter mit Rappern mitgehen würden.

Unter den Zeugen befand sich auch ein anderer Hotelgast, der eines der nur mit einem T-Shirt bekleideten Mädchen nach der angeblichen Vergewaltigung in seinem Hotelzimmer auf ein Glas Wein eingeladen haben will.

Nachdem die auf Video aufgezeichneten Aussagen der Mädchen unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgespielt wurden, sprach der Senat den Rapper im Zweifel frei.

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