Zuhören und unterstützen: Willkommen im Wiener Frauencafé
Um einen Tisch sitzen Frauen bei Kaffee und Kuchen zusammen. Während einige miteinander plaudern, spielen Kinder im Hintergrund. Manche Teilnehmerinnen kennen einander bereits, andere sind zum ersten Mal hier. So auch die 44-jährige Sofia: „Ich bin gespannt, was mich heute erwartet.“ Sie erhofft sich vom Frauencafé des Vereins MUT (Mensch, Umwelt, Tier), neue Freundschaften zu knüpfen.
Und dafür ist das Café laut Gründerin Sarah Grimaldi auch da: „Frauen sollen hier zusammenkommen, um sich kennenzulernen, zu unterstützen und Erfahrungen zu teilen.“ Seit Oktober 2025 findet das Frauencafé zweimal pro Monat statt. Die Idee dazu hatte Grimaldi aus Chile, wo sie ebenfalls ein Frauencafé leitet. Damals aber mit einem anderen Konzept. „In Chile war der Fokus auf Büchern. Interessierte konnten dort auch arbeiten, das war mehr ein Unternehmen“, erzählt sie.
Workshops und Austausch
In Wien sollte ein Ort entstehen, an dem insbesondere Frauen in schwierigen Lebenssituationen zusammenkommen können. „Viele wollen sich einfach austauschen oder über Dinge sprechen, für die sonst wenig Raum bleibt.“ Für rund drei Stunden treffen sich die Teilnehmerinnen an unterschiedlichen Orten, je nach Programmschwerpunkt. Das Besondere: Die Frauen sind nicht nur Teilnehmerinnen, viele von ihnen bieten Workshops zu Themen wie Kochen, Bewegung oder Malen an. Beworben werden die Veranstaltungen unter anderem auf Social-Media.
Zuletzt fand das Frauencafé Mitte Juni am Neubaugürtel in einer Wohngemeinschaft von MUT statt. An diesem Nachmittag leitet Psychologin Anni Surenian einen Workshop zum Thema Ressourcen und persönliche Stärken. Seit Jänner engagierte sie sich zunächst ehrenamtlich, seit Mai ist sie bei MUT auch angestellt. „Manche kommen gezielt wegen des Themas. Andere möchten reden und Kraft aus der Gruppe schöpfen.“
Die 55-jährige Andrea ist zum zweiten Mal hier, beim ersten Mal nahm sie an einem Bauchtanz-Workshop teil. „Das hat mir viel Spaß gemacht.“ Sie lebt derzeit in der Wohngemeinschaft von MUT. „Es ist schön, andere Frauen kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen“, sagt sie. Sie hat vor, auch beim nächsten Café, am Donnerstag, 25. Juni beim Upcycling Workshop, dabei zu sein.
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