So könnte die FPÖ-Markthalle beim Westbahnhof ausschauen.

© FPÖ

Chronik Wien
05/31/2021

FPÖ will die Naschmarkt-Markthalle übersiedeln

Die Idee sei gut, nur der Standort wäre schlecht, meinen die Blauen. Sie schlagen den Christian-Broda-Platz als Alternative vor.

von Bernhard Ichner

Um Abkühlung geht es bei der hitzigen Debatte um die Naschmarkt-Markthalle. Wie berichtet, soll sie Schatten auf die Fläche zwischen Kettenbrückengasse und Rüdigerhof – laut Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) eine der größten Hitzeinseln der Stadt – werfen, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesses können die Wiener, wie berichtet, ihre Ideen dazu einbringen.

Noch bevor die Halle Form annimmt, wirft sie vor allem Schatten auf die Gemüter von Grünen und FPÖ. Letztere befürchtet dadurch eine Verkleinerung des Naschmarkt-Flohmarkts sowie den Verlust von Parkplätzen – und schlägt deshalb den Christian-Broda-Platz beim Westbahnhof als alternativen Standort vor.

"Grundsätzlich gute Idee"

„Der große Unmut in der Bevölkerung“ – zuletzt protestierten etwa Anrainer, die lieber eine Grünfläche hätten, gegen das Projekt – habe gezeigt, dass der Standort auf dem Naschmarkt-Parkplatz „kein geeigneter Platz für die grundsätzlich gute Idee einer Markthalle“ sei, erklärt Stadtparteichef Dominik Nepp.

Der traditionelle Flohmarkt könne sonst samstags nicht mehr in der gewohnten Dimension abgehalten werden und „unzählige dringend benötigte Parkplätze“ würden „sinnlos vernichtet“. Zudem sorgen sich die Freiheitlichen um den Erhalt zweier Würstelstände auf dem Areal.

„Betonwüste“

Der Christian-Broda-Platz wäre daher besser geeignet, meint Nepp, dort bestehe ohnehin Handlungsbedarf. Die „unattraktive Betonwüste“ mit Sitz- und Liegegelegenheiten locke die „Problemklientel“ vom Westbahnhof sowie einer nahen Suchthilfeeinrichtung an und verwandle den Platz für Anrainer in eine No-go-Area.

Mit einer Markthalle würde der „trostlose Demo-Aufmarschplatz“ aufgewertet, so Nepp. FPÖ-Planungssprecher Toni Mahdalik schwebt ein Mix aus Verkaufsständen mit regionalen Produkten und Gastronomie vor. Und der Mariahilfer FPÖ-Chef Leo Kohlbauer hebt die optimale Anbindung an U3 und U6 hervor.

"Man muss nicht alles kommentieren"

Im sechsten Bezirk, wo sich zuletzt zumindest politische Mehrheiten für eine ergebnisoffene Bürgerbefragung zur Markthalle sowie für den Erhalt besagter Würstelstände fanden, winkt Bezirkschef Markus Rumelhart (SPÖ) aber postwendend ab: Vorigen Sommer habe man Ideen der Bürger für eine Neugestaltung des Platzes gesammelt – der Wunsch nach einer Markthalle sei aber nicht darunter gewesen. Im Sommer will Rumelhart die ersten Entwürfe für die Neugestaltung des Christian-Broda-Platzes präsentieren.

Dem Vernehmen nach soll die Fläche, die in den warmen Monaten tagsüber von fünf großen Sonnensegeln gekühlt wird, unter anderem ein Wasserspiel sowie 16 Bäume erhalten.

Stadträtin Ulli Sima kann dem FPÖ-Vorschlag ebenso wenig abgewinnen wie der Mariahilfer Bezirkschef. Man müsse nicht alles kommentieren, heißt es aus ihrem Büro.

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