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Innere Stadt
04/02/2016

Flüchtlinge kochen mit Österreichern

Am 4. Mai eröffnet das Lokal "Habibi & Hawara" mit einem Mix aus heimischer und orientalischer Küche.

von Julia Schrenk, Alexandra Eder

Ahed liebt Stress, erzählt er. Der 23-jährige Syrer hat viele Ideen: Er will eine neue Soße zu seinen Falafeln kreieren und auch ein Sandwich. Außerdem will er Vorarlberger Käse zu orientalischen Aniskeksen reichen.

Ahed war Koch in Damaskus. In Wien wird er einer von 15 Geflüchteten sein, die im neuen Restaurant "Habibi & Hawara" (Habibi ist arabisch für "Freund", Anm.) arbeiten werden. Noch ist die Location in der Wipplingerstraße 29 im ersten Bezirk eine Baustelle. Eine Baugerüst steht mitten im Raum. Der Weinkühlschrank ist noch leer, die Wände sind abgeklebt, Tische und Sesseln sind übereinander gestapelt. Doch das wird sich am 4. Mai ändern.

Dann öffnet das orientalisch-österreichische Restaurant "Habibi & Hawara" seine Pforten (Montag bis Samstag 11 bis 15 und 18 bis 24 Uhr). Betrieben wird es von Martin Rohla (Stadtflucht Bergmühle), Katha Schinkinger (Verein Hosten statt Posten) und David Kreytenberg vom Restaurant "Die Liebe" in der Marktwirtschaft im 7. Bezirk. Chefkoch wird Franz Thiess, Restaurantleiter Stefan Wieland.

Und so wie in der "Liebe" werden auch im "Habibi & Hawara" Flüchtlinge kochen und servieren – gemeinsam mit Österreichern. "Es sind unglaublich talentierte Menschen unter denen, die zu uns gekommen sind", sagt Martin Rohla. Und die sollen eine Chance bekommen. Das Lokal wird eine Mischung aus Wiener Schmäh und arabischer Gastfreundschaft, aus österreichischer Kulinarik und orientalischer Küche.

Gemeinsam essen

Nach einer Speisekarte werden Gäste vergeblich suchen: Zu Mittag werden vier Menüs (9 bis 12 Euro) zur Auswahl stehen. Am Abend sind sogenannte "Set Menu Family Dinners" (19,90 Euro) geplant. Da werden österreichische und orientalische Speisen eingedeckt. Je nachdem, was da ist – wählen kann man nicht. "Das ist wie ein Buffet, das auf den Tisch serviert wird", sagt David Kreytenberg. Dann kommt Shawarma neben Schnitzel, Falafel neben Blunzenradeln und eben Aniskekse neben Vorarlberger Käse. "Was uns die Syrer in der Philosophie des Essen voraus haben, ist, dass sie gemeinsam essen". Und so soll das auch im "Habibi & Hawara" sein.

Finanziert wird das Projekt über das Beratungsunternehmen Goodshares von Rohla, von privaten Unterstützern und der EU-Finanzierungsagentur European Angel Fund. Eigentümer ist die Habibi & Hawara GmbH. Nach und nach soll das Unternehmen an die Flüchtlinge übergeben werden. „Es ist eine Chance, die Geflüchteten nicht nur zu integriert, sondern sie in die Gesellschaft zu inkludieren“, sagt Rohla. Und er stellt klar: „Das Habibi & Hawara wird keine Bitte-helfen-Charity-Sache, sondern eine richtig coole Bude.“

Davon ist auch der 23-jährige Koch Ahed überzeugt, der Stress so gerne hat: „In Syrien habe ich 18 Stunden am Tag gearbeitet. Ich bin eine Maschine“, sagt er.

Servicekräfte werden übrigens noch gesucht: Bewerbungen an jobs@habibi.at

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